Interessantes zu Theoretischer Physik

Sheldrake, These, Kollektives Gedächtnis

Sollte Sheldrakes These zutreffen ...

Sollte richtig sein, was der Biologe Rupert Sheldrake entdeckt zu haben glaubt, dass nämlich sämtliche Erfahrungen, die Individuen — und darüber hinaus emergierende Systeme ganz allgemein — machen, in einem kollektiven Gedächtnis residieren, welches

so hätte das mindestens eine extrem interessante Konsequenz:

Sie würde bedeuten, dass alle Arten emergent entstehender Systeme über die Zeit hinweg intelligenter würden und dass z.B. der Mensch sein Wissen keines­wegs nur in geschriebener Form, über persönlichen Kontakt oder genetische Vererbung an später lebende Individuen weiterzugeben in der Lage ist.

Wir gehen bisher davon aus, dass der größte Teil aller Erfahrungen einer Person mit ihrem Tod zugrunde geht (da in ihrem Gehirn gespeichert). Sollte das nun aber anders sein — sollten sie also in einem das Individuum überlebenden kollektiven Gedächtnis abgespeichert sein — wären das individulle Gedächtnis einfach nur der vom Individuum am leichtesten  e n t s c h l ü s s e l b a r e  Teil eines fast unendlich größeren Erfahrungsschatzes, der ebenfalls ständig anwächst.

Das aber müsste zur Folge haben, dass die Nachfahren eines Individuums X (genauer: alle Individuen, deren Gehirn dem von X hinreichend ähnlich ist) in der Lage sein könnten, all das, was X gelernt hat, erkennbar schneller zu erlernen, als dies noch X selbst möglich war.

Zu überprüfen, ob dem so ist, erscheint glücklicherweise überhaupt nicht unmöglich:

Sheldrake nennt erste Experimente, die bestätigen, was er vermutet:

Wie dem auch sei:


Sollte es tatsächlich ein außerhalb aller Gehirne existierendes kollektives Gedächtnis geben,

würde das zur Folge haben:

Die Intelligenz der Menschen (und nicht nur ihre)

könnte über lange Zeit hinweg ins praktisch Unermessliche wachsen.



Der Gedanke einer solchen Möglichkeit nimmt uns den Atem, und so bin ich der Meinung:


Auf Forschung in diese Richtung zu verzichten,

solange Sheldrakes These besser begründet erscheint als jede andere,

wäre mehr als nur dumm.


Sheldrakes Buch Das schöpferische Universum in seiner jeweils neuesten Auflage genau zu lesen, sollte uns allen ein Anliegen sein.

Den Vorwurf vieler, Sheldrake sei ein Esoteriker, kann ich persönlich angesichts der sehr sorgfältigen Argumentation (und guten Argumente), die ich in seinen Büchern finde, NICHT nachvollziehen. Es bilde sich da aber besser jeder sein eigenens Urteil.


Siehe auch:
Wissenswertes zu "Kollektives Gedächtnis, These, Sheldrake" zusammengestellt durch Gebhard Greiter.
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