Interessantes zu Theoretischer Physik


Nikodem Poplawskis verfeinerte Urknalltheorie

Obgleich die Urknalltheorie heute als allgemein akzeptiert gilt, gibt es kaum Vorstellungen darüber, wie es denn überhaupt zum Urknall gekommen sein könnte.

Eine ganz besonders schöne Idee hierzu stammt vom polnischen Astrophysiker Nikodem Poplawski. Wie es scheint, kann sie gleichzeitig auch noch Weiße Löcher und Wurmlöcher er4klären:

Poplaski stellt sich das vor, wie folgt:


  Seine Theorie könnte erklären, inwiefern jedes Weiße Loch einen Prozess darstellt, der den des Schwarzen Löchs spiegelbildlich — und vielleicht auch nur einen Augenblick lang — durch Druckausgleich umkehrt:

Materie in einem Schwarzen Loch wandert auf spiralförmiger Bahn hin zum Zentrum des Loches und wird dadurch immer mehr beschleunigt. Dies erzeugt (man denke an damit entstehende Fliehkraft) einer der Gravitation entgegenwirkende Torsionskraft, so dass — sobald sie dominiert — das Schwarze Loch sich schlagartig fortsetzt zu einem Weißen Loch, aus dem dann sogar genügend Energie für eine ganzes Universum, dem unseren gut vergleichbar, kommen könnte.

In diesem Sinne könnte der Prozess, der das Anwachsen der Masse eines Schwarzen Lochs darstellt, als so eine Art "Verdauungsvorgang" gedeutet werden, der alles ins Loch Gefallene "verdaut" (d.h. mehr und mehr seiner Form beraubt), es hin zur Singularität des Loches schieb und so dort ständig steigenden Druck aufbaut, der — falls er groß genug wird — zu einem urknallartigen Ereignis führt, das einen Großteil dieser nun freige­setz­ten Energie zum nur noch aus Glonenplasma bestehendem Inhalt eines neuen Universums werden lässt, das sich nun inflationär ausbreitet.

Und natürlich wäre ein Schwarzes Loch, dessen Zentrum sich auf solche Weise zur Quelle eines Weißen Lochs gemacht hat, auch gute Erklärung für Wurmlöcher.

Man frägt sich also: Kann die Singularität jedes hinreichend massiven Schwarzen Lochs gesehen werden als so eine Art "Darmausgang" (= Schließmuskel am Ende des "Darms" eines Schwarzen Lochs), aus dem sich gelegentlich schlagartig eine große Menge im Loch angesammelter Energie pupsartig entlädt, so dass dies den Urknall eines neu entstehenden Universums darstellt?

Wenn dem so wäre, könnte dies erklären, warum man Weiße Löcher und Wurmlöcher in Einsteins mathematischem Modell der Raumzeit zwar hat, Astronomen sie aber noch nie beobachten konnten: Sie existieren wohl einfach stets nur einen Augenblick lang (eben so lange, bis im Zen­trum des Schwarzen Lochs angestau­ter Über­druck sich explosionsartig entladen hat).

Zudem wären "pupsende" Schwarze Löcher — da überaus massereich —
ja wohl auch stets nur in sehr kleiner Zahl vorhanden bzw. gerade im Zustand, in dem Druckausgleich stattfindet. Das Wurmloch — nur im Augenblick eines Druckausgleichs gegeben — wäre im Inneren des Schwarzen Lochs verborgen und somit nie beobachtbar.


Hinweis: Die Einstein-Cartan-Gravitationstheorie (ECG), auf der Poplawski aufbaut, ist Erweiterung der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) insofern, als sie der Raumzeit neben Krümmung als zusätzlichen Freiheitsgrad auch noch Torsion zugesteht. Dies führt zu einer zusätzlichen Feldgleichung. Sie koppelt die Torsion mit dem Spindichtetensor. Die Kopplung zwischen Spin und Torsion in der Einstein-Cartan-Gravitationstheorie erzeugt gravitative Abstoßung bei extrem hohen Dichten (genauer: wenn Energiedichten die Größenordnung des 1038-fachen der Dichte von Neutronensternen überschreiten).
Wissenswertes zu "Poplawski, Verfeinerte Urknalltheorie, Wurmloch, Schwarzes Loch, Weißes Loch, Urknall" zusammengestellt durch Gebhard Greiter.
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