Praktisches & Grundsätzliches zur Informatik


Philosophie ist notwendig — sie hilft, wo Logik versagt

Eines der wichtigsten Ergebnisse von Philosophie (aber auch der Quantenphysik) ist unsere Einsicht, dass wir die Wirklichkeit nicht kennen.

Selbst Physik kann nur darüber sprechen, wie die Wirklichkeit auf uns wirkt (d.h. wie wir sie wahrnehmen und wie wir ihre Signale intergretieren). Erst dieses — mehr oder weniger subjektive — Bild von stets nur recht kleinen Teilen der Wirklichkeit nennt man "die Realität, in der wir leben".

Wo immer Menschen über Gott diskutieren oder nachdenken, sprechen sie tatsächlich immer nur über ihr eigenes Gottesbild: Darüber also, wie dieser oder jener Mensch sich Gott vorstellt.

Wie Gott wirklich ist oder ob er überhaupt existiert, kann niemand wissen (denn selbst WENN der Kosmos durch einen Gott geschaffen wurde, wäre jener Gott ja Teil der uns unbekannten Wirklichkeit).

Die Autoren der Bibel scheinen das erahnt zu haben, denn sie berichten, dass Gott die Israeliten gewarnt habe mit dem Ausspruch "Ihr sollt euch kein Bild von mir machen" — wohl deswegen nicht, da keines unserer Gottesbilder ihm gerecht werden kann, sollte er wirklich existieren. Kurz:

Den Gott der Bibel mit irgend einem unserer Gottesbilder zu verwechseln, wäre deutlich zu naiv.


Gottes Existenz wird uns nahegelegt durch "Ahnungen" wie erstaunlich viele Menschen sie in dieser oder jener ruhigen Minute im Urgrund ihrer Psyche vorfinden oder vorzufinden glauben. (Die Tiefenpsychologie spricht von "archetypischem" Urwissen, dessen Ursprung sich niemand erklären kann).

Selbst wer fester Überzeugung keinerlei Wert zubilligt (wenn unbeweisbar), muss zugeben: Sie formt mit die Realität, in der wir leben.


Wie sicher urteilt das Unterbewusstsein biologischer Lebewesen?


Wie lange würde ein Mensch wohl leben, wenn er in jeder Situation erst dann handeln könnte, wenn untadelige Logik seinen Handlungsplan als sinnvoll erkannt hat?

Unter philosophischen Aussagen versteht man feste Überzeugung, die auch aktuelle Wissenschaft in keiner Weise — logisch begründbar — als wahr oder falsch einordnen kann.