Interessantes zu Theoretischer Physik


Warum Wurmlöcher und Weiße Löcher sich astronomischer Beobachtung entziehen könnten

Wie Astrophysiker wissen, sagt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie nicht nur Schwarze Löcher voraus, sondern auch Weiße Löcher und Wurmlöcher.

Wie aber kommt es, dass Astronomen inszwischen zahlreiche Schwarze Löcher fanden, aber noch nie ein Weißes Loch oder gar ein Wurmloch?

Eine mögliche Antwort hierauf gibt Nikodem Poplawskis geradezu genial einfaches Urknallmodell. Seine Idee legt uns nahe zu fragen:
 

Kann die Singularität jedes hinreichend massiven Schwarzen Lochs gesehen werden als so eine Art "Darmausgang" (= Schließmuskel am Ende des "Darms" eines Schwarzen Lochs), aus dem sich gelegentlich schlagartig eine große Menge im Loch angesammelter Energie pupsartig entlädt, so dass dies den Urknall eines neu entstehenden Universums darstellt?

Wenn dem so wäre, könnte dies erklären, warum man Weiße Löcher und Wurmlöcher in Einsteins mathematischem Modell der Raumzeit zwar hat, Astronomen sie aber noch nie beobachten konnten: Sie existieren wohl einfach stets nur einen Augenblick lang (eben so lange, bis im Zen­trum des Schwarzen Lochs angestau­ter Über­druck sich explosionsartig entladen hat).

Zudem wären in diesem Sinne "pupsende" Schwarze Löcher — da überaus massereich — ja wohl auch stets nur in recht kleiner Zahl vorhanden.

Das so eines dann auch noch gerade zum Beobachtungszeitpunkt eine riesige Menge von Energie "auspupst", also Frontend eines Wurmlochs ist, wäre extrem selten, würde aber auch noch nicht reichen, das Ereignis zu beo­bachten, denn:

Das im Augenblick eines Druckausgleichs existierende Wurmloch wäre im Zentrum des Schwarzen Lochs verborgen und allein schon deswegen von außerhalb des Loches nicht zu sehen.



Träfe diese Theorie zu, wäre durch sie folgender Streit zwischen Hawking und Penrose auf geradezu salomonische Weise entschieden:

  • Hawking war überzeugt, Weiße und Schwarze Löcher seien ein und dasselbe.
  • Penrose aber denkt: Es gibt keine Weißen Löcher. [ Warum aber — so würde Dirac fragen — gibt es sie dann in Einsteins mathematischem Modell der Raumzeit? ]

Wie Physiker nachgerechnet haben, herrschen im Trichter jeden Wurmlochs gewaltige Gezeitenkräfte. Unendlich stark werden sie dort aber nach Einsteins Modell keineswegs (was natürlich fürs Modell spricht und auch von Poplawskis Idee "pupsender" Schwarzer Löcher so gesehen wird).

Das keine andere Kraft als der im Zentrum extrem massereicher Schwarzer Löcher entstehene Druck Wurmlöcher zu schaffen in der Lage ist, scheint ebenfalls gut vorstellbar.
Wissenswertes zu "Unbeobachtbar durch Astronomen, Weiße Löcher, Wurmlöcher" zusammengestellt durch Gebhard Greiter.
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