D i s k u s s i o n



 Beitrag 0-101
Kennt die Natur ein kollektives Gedächtnis?

 
 

 
Gibt es — wie Sheldrake vermutet — ein uns unbewusstes
 
kollektives Gedächtnis?
 
 
Und ist es möglich, dass wir dort abgelegtem Wissen hin und wieder als zunächst nur  e r a h n t e r  Wahrheit begegnen?

 
 
Wer Rupert Sheldrakes These morphogenetischer (genauer: morphischer) Felder kennt und darüber hinaus auch zahlreiche Beobachtungen, die uns nahelegen, seine These nicht allzu vorschnell als esoterische Spinnerei einzustufen, wird an sie erinnert, wo wir uns vor Augen führen, dass die Grundaussagen der Quantenphysik uns eine Realität ganz anderer Art nahelegen als sämtliche Beobachtungen aus unserem Alltagsleben.
 
Wie der durchschlagende Erfolg moderner Technologie — insbesondere der heute so zahlreichen elektronischen Produkte — uns beweist, muss richtig sein, was die Quantenphysik uns sagt.
 
Erstaunlicher Weise aber zählen hierzu auch eine ganze Reihe von Vorstellungen, die sich in bis zu 2500 Jahre alten philosophischen Lehren finden, aber damals — wie wir heute denken — durch keine zutreffende Beobachtung begründbar scheinbar völlig aus der Luft gegriffen waren. Hier einige Beispiele:

     
  • Die Quantenphysik und alle auf ihrer Basis erzielten technologischen Errungenschaften beweisen uns, dass die Welt der elementaren Systeme (Quanten, Atome, Moleküle ...) anders beschaffen sein muss als unsere Sinne sie uns ausmalen.
     
    Aber schon Anaximander (etwa 600 v.Chr.) war hiervon überzeugt. Er schrieb: Alle Dinge sind aus einer Ursubstanz entstanden, aber sie — das Apeiron — ähnelt keiner Substanz, die wir kennen. Anaximander sah das Apeiron als unendlich, alle Welten umfassend und dauernd neue Wirklichkeit schaffend.
     
     
  • Die Quantenphysik sieht die Elektronen in Atomen als mathematische Formen, die stehende Wellen darstellen und deren Interferenz die sichtbare Ordnung des Universums erschafft.
     
    Doch schon Platon (etwa 350 v.Chr.) schrieb: Die Atome der Elemente sind nicht Dinge, sondern mathematische Formen.
     
    Die Wellenfunktionen der Quantenphysik sind tatsächlich nur Platonische Ideen: Sie unterscheiden sich von der gewöhnlichen Wirklichkeit, enthalten aber alle Wirklichkeit.
     
     
  • In jeder quantenphysikalischen Messung bzw. Interaktion vollzieht sich, nach Heisenberg, der Übergang vom Möglichen zum Faktischen, ganz so als würde die Wirklichkeit erst durch Beobachtung geschaffen.
     
    Doch es war schon Bischof Berkeley (um 1700) überzeugt: Zu sein heißt, beobachtet zu werden ... Alle wirklichen Dinge sind Ideen ....
     
     
  • Die Phänomene der Quantenwirklichkeit deuten darauf hin, dass die Natur des Universums die einer Ganzheit ist. Nichtlokale Quanteneffekte sind wesentliche Züge dieser Wirklichkeit. Der Quantenphysiker Hans-Peter-Dürr wurde nicht müde, uns dies immer wieder zu sagen, und auch Bohm schrieb (1980): Die Wirklichkeit ist ein ungebrochenes Ganzes, einschließlich des ganzen Universums mit all seinen Feldern und Teilchen.
     
    Aber auch schon Parmenides (etwa 500 v.Chr.) hat sich so geäußert. Er schrieb: Alles ist eins.
     
     
  • Und wie konnte es kommen, dass schon Leukippos und sein Schüler Demokrit (vor rund 2400 Jahren) zur Überzeugung kamen, dass sich alle Materie aus kleinsten, unteilbaren Bausteinen aufbaut (damals Atome genannt)? Wirklich bewiesen hat uns das jedenfalls erst die moderne Kernphysik.
     
     
  • Noch erstaunlicher ist, dass Lukrez (etwa 55 v.Chr.) in seinem Werk Über die Natur der Dinge schrieb: Und so muss es von Allem einen kleinsten Teil geben, jenseits der Erkenntnis unserer Sinne. Dieser kleinste Teil ist unzerlegbar, ist die kleinstmögliche Einheit. Er kann nie für sich allein existieren, sondern immer nur als Unterbestandteil eines größeren Körpers, von dem keine Kraft ihn je trennen kann.
     
    Diese Aussage trifft, wie wir heute wissen, exakt so auf die Quarks zu — die kleinsten Bausteine der Materie. Die "größeren Körper", von denen Lukrez spricht, sind nach heutiger Erkenntnis die Nukleonen (Protonen und Neutronen).

 
FRAGE also: Wie konnte es kommen, dass derart alte Theorien fast genau das beschrieben, was erst die Quantenphysik — und das tadellose Funktionieren auf ihr aufbauender hochkomplexer Produkte — uns beweisen konnten?
 
Wäre es denn wirklich unmöglich, dass all diese alten Vorstellungen Ahnungen waren, die jene Philosophen einem der gesamten Natur gemeinsamen kollektiven Wissensspeicher unbewusst entnommen haben?
 
 
 
Siehe auch: Erahnte Prinzipien, 19. Anhang in Lothar Schäfers Buch Versteckte Wirklichkeit, Hirzel 2004.
 
Es findet sich dort noch ein weiteres Beispiel, über das sich nachzudenken lohnt:



Lothar Schäfer, Prof. für physikalische Chemie (Zitat):
 
Die These der Alchemisten, dass auch die  F o r m  eines Reaktionsgefäßes den Verlauf einer chemischen Reaktion beeinflusst, scheint völlig unberechtigt.
 
Wenn sich die Abmessungen des Reaktionsgefäßes nun aber molekularen Dimensionen nähern, so ergibt die quantenmechanische Analyse, dass die Aufent­haltswahrscheinlichkeit und die Energiezustände von Substanzen — beides Eigenschaften, die die chemische Reaktivität direkt beeinflussen — tatsächlich entscheidend von der Form des Gefäßes abhängen.
 
Selbst in großtechnischen Verfahren, in denen chemische Produkte tonnenweise hergestellt werden, können chemische Reaktionen aus den verschiedensten Gründen von der Form des Reaktionsbehälters beeinflusst werden.
 
 
Aus all diesen Beispielen lässt sich folgern: Im Voraus erahnte Prinzipien enthalten oft einen wahren Kern. Historische Fehler sind immer dann unterlaufen, wenn man nicht vorsichtig genug war, die wesentlichen Aussagen erahnter Prinzipien von nebensächlichen Einzelheiten zu trennen.
 
Note: Man wende diese Überlegungen einmal auf die verschiedenen religiösen Systeme an und frage sich, ob sich daraus Konsequenzen ergeben.
 



 

 Beitrag 0-265
Was Quantenphysik uns über die wahre Natur aller belebten und unbelebten Dinge im Universum sagt

 
 

 
Die genaueste Sicht auf uns und unsere Welt

 
 
Wie die Quantenphysik uns nahelegt, kann man sich den gesamten Inhalt des Universums durch ein Vektorfeld » Drang nach Wirkung « beschrieben denken.

     
    Nach Schrödingers Wellenmechanik ist der Drang nach Wirkung gerichteter Drang beschrieben durch Vektoren eines unendlich-dimensionalen Vektorraums.
    Seiner Stärke nach aber ist dieser Drang – wie Born fand – quantifiziert durch das Quadrat der Länge dieser Vektoren.

 
Der Drang nach Wirkung — das also, was unsere Welt belebt — ist Summe von aus dem Vakuum kommender Feldanregungen, deren jede sich, ein reales oder virtuelles Elementarteilchen darstellend, als Kugelwelle genau bestimmter Frequenz um den Ort ihres Auftauchens herum ausbreitet.
 
 
Zeit und Veränderung ergeben sich durch in ständiger Folge eintretender Quantenereignisse.
 
Man versteht darunter das spontane Eintreten kleinster, einzeln für sich  u n t e i l b a r e r  Portionen von Wirkung, deren jede eine kleine Menge M1 jener Wellen (Synonym: Elementarteilchen) schlagartig durch eine Menge M2 anderer solcher Wellen ersetzt — aber stets unter der Nebenbedingung, dass die Wellen aus M1 insgesamt ebenso viel Energie darstellen wie die aus M2.
 
 
Ein konkretes Weltbild der Physik ergibt sich nun stets dadurch, dass man zur Beschreibung des Vektorfeldes und seiner Komponenten — der einzelnen Wellen ebenso wie der quantitiven Eigenschaften der Summe sämtlicher Wellen bzw. Feldanregungen — stets nur Zahlen einer ganz bestimmten begrenzten Genauigkeit benutzt. Man rundet sozusagen. Dies macht unser Bild der Welt zu einem pixelartigen Bild, so dass jeder der würfelartigen Pixel seiner Farbe nach durch genau ein Bit beschrieben ist (schwarz = unterhalb, weiß = oberhalb des Amplitudenquadrates der Wellenberge).
 
 
Wenn wir uns dieses Bild nun als 2-dimensional vorstellen — die waagrechte Dimension mit der Raumzeit, die senkrechte mit der Amplitude des Vektorfeldes identi­fizieren —, so können wir uns vorstellen, dass das Bild senkrecht auf einer Ebene steht, welche wir als » die Oberfläche des Meeres aus Energie, welches wir als das Vakuum bezeichnen « deuten können.
 
Da aus dieser Sicht alle Pixel Quadrate darstellen, deren Seitenlänge durch unsere maximale Rechengenauigkeit bestimmt ist, werden alle Wellen ignoriert, deren Maximalamplitude kleiner als die halbe Seitenlänge der Pixel ist (korrekte Rundung von Rechenergebnissen vorausgesetzt).
 
Dies vereinfacht unsere Sicht auf die Welt, verfälscht sie aber auch etwas:
 
Da unser Blick dann nicht mehr bis hinunter zur Oberfläches des Vakuums reicht (des Meeres aus Energie) — da unser Bild auf der halben Höhe der untersten Pixelreihe abgeschnitten erscheint —, ist dadurch der Inhalt unseres Universums zu einer Menge von Wellenbergen geworden, die sich nicht mehr alle überlappen: Für viele nämlich ist der Drang, gemeinsam Wirkung zu entfalten — ihr berlappungsbereich also — seiner Amplitudenhöhe nach kleiner als die halbe Pixelhöhe. Sie erscheinen uns dann im Bild als Objekte, deren Drang zu wirken, sich nirgendwo mehr gegenseitig beeinflusst, obgleich das doch — mit letzter Genauigkeit — gar nicht so ist.
 
Bilder der Physik, die nur Objekte bis hinunter zu einer bestimmten minimalen Größe zum Gegenstand haben wollen, ergeben sich einfach dadurch, dass man die Pixelbreite entsprechend größer wählt.

 
 
Je größer man sie aber wählt, desto weniger werden — dem Bild nach — die gezeigten Objekte gemeinsam verantworteten Drang nach Wirkung aufweisen.

 
 
Daher kommt es, dass aus unserer normalen Alltagssicht heraus — oder auch aus der Sicht von Ärzten und Psychologen — keine Wechselwirkung zwischen einander unbekannten oder weit von einander entfernt weilenden Personen denkbar ist (vorausgesetzt natürlich, sie stehen nicht gerade über moderne elektronische Kommunikationsmittel miteinander in Kontakt).
 
Nicht vergessen sollten wir, dass auch jeder von uns — jede einzelne Person — eines dieser Objekte ist, und dass wir alle uns — in der untersten Schicht der Pixel im Bilde — dennoch sämtlich miteinander überlappen (!).
 
Letztlich also stellt jeder von uns — aber auch jedes andere Lebewesen, ja sogar jedes uns als unbelebt eingestufte materielle Objekt — seinem wahren Wesen nach nur einen der vielen lokalen Schwerpunkte des überall vorhandenen Vektorfeldes Drang nach Wirkung dar.

 
 
So also wird verständlich und als wahr erkennbar, was


die Wissenschaftsjournalistin Lynne McTaggert im Vorwort ihres Buches » Das Nullpunktfeld « 2002 schrieb:
 
Einige Jahrzehnte lang haben angesehene Wissenschaftler verschiedener Disziplinen überall in der Welt gut geplante Experimente durchgeführt, deren Ergebnisse für die konventionelle Biologie und Physik einen Schlag ins Gesicht darstellen. Zusammengenommen liefern diese Untersuchungen uns eine Fülle von Informationen über die zentrale organisierende Energie, die unseren Körper und den Rest des Kosmos steuert.
 
Was sie entdeckt haben, ist nichts weniger als erstaunlich:
 
Auf letzte elementare Grundlagen zurückgeführt, sind wir nicht chemische Reaktion, sondern energetische Ladung.
 
Menschliche Wesen und alle lebenden Geschöpfe sind energetische Einheiten in einem Feld aus Energie, verbunden mit allem und jedem auf dieser Welt. Dieses pulsierende Energiefeld ist der zentrale Motor unseres Daseins und Bewusstseins — das Alpha und das Omega unserer Existenz.

 


 
Jene Wissenschaftler — Rupert Sheldrake etwa oder z.B. auch den weltweit anerkannten Quantenphysiker Hans-Peter Dürr — solcher Schlussfolgerung wegen als
der Esoterik deutlich zu nahe stehend einzuordnen, wäre sicher falsch.

 

 Beitrag 0-391
Über den — noch wenig konkreten — Feldbegriff der Biologen

 
 

 
Zum Feldbegriff der Biologen

 
Der in der Entwicklungsbiologie verwendete Begriff des morphogenetischen Feldes ist nicht identisch mit den von Sheldrake angenommenen Feldern (die er ursprünglich ebenso nannte, heute aber genauer als morphische Felder bezeichnet).


Fritz-Albert Popp erklärt (1997):
 
Der Feldbegriff der Biologen hat sich unabhängig von dem der Physiker entwickelt. Wo Biologie von » Kraft « oder einem » Kraftfeld « spricht, ist damit i.A. keine physikalische Kraft gemeint.
 
Ganz sicher war das so bei Alexander Gurwitz, als er in seinen Notizen 1912 von einem » Kraftfeld « sprach.
 
Während in der Physik der Feldbegriff mathematisch formuliert ist — und daher mit großer Eleganz und höchster Perfektion die Stärke lokal wirkender Kräfte genau beschreiben kann —, sind biologische Felder etwas weit weniger Konkretes:
 
Der Feldgedanke der Biologen entstand aus dem Wunsch heraus, irgendwie ausdrückbar zu machen, was die spektakulären Experimente des deutschem Embryologen Hans Dries 1891 an Erkenntnissen gebracht hatten: Sie hatten die Annahme eines lokalen (unmittelbaren) kausalen Zusammenhangs zwischen der Struktur und der zeitlichen Entwicklung des Embryos widerlegt.
    Nachdem Driesch gezeigt hatte, dass sich ein ganzer Organismus aus nur einer Zelle entwickelt, wobei nach der ersten Zellteilung jede der Tochterzellen jeweils die Hälfte des späteren Organismus ausbildet, bewies er, dass überraschenderweise zwei vollständige Organismen aus den beiden Tochterzellen entstehen, wenn man sie zwingt, sich getrennt von einander zu entwickeln.
Damit war klar geworden: Es kann keine lokale, eindeutige Ursache-Wirkungs-Relation zwischen Struktur und deren zeitlicher Entwicklung geben.
 
Obgleich die Biologen auch heute noch darüber zerstritten sind, wie weit ihre Annahmen von der strengen Gültigkeit lokaler Wechselwirkung abweichen müssen — was sich auf räumliche ebenso wie zeitliche Lokalität bezieht —, herrscht Einigkeit darüber, dass das Konzept der morphogenetischen Felder das Geschehen im Prinzip beschreiben kann. (C.H. Weddington in Major Problems in Developmental Biology, Locke M. (Hrsg.), Academic Press 1966, S. 105-124).
 
Sheldrake ging — wie er ja auch selbst sagt — bei seiner Idee morphischer Resonanz vom schon existierenden Begriff des morphogenetischen Feldes aus, hat ihn aber erweitert um sog. » morphische Resonanz « und Nichtlokalität. Unter morphischen Feldern also muss man sie diese, erst durch ihn vorgeschlagene Variante des Feldes vorstellen:
 
 
Das morphische Feld erstreckt sich nicht-lokal über die gesamte Raumzeit, was bedeuten soll, dass es Ereignisse und formgebende Prozesse miteinander ver­knüpft, welche weder am gleichen Ort noch zu gleicher Zeit stattfinden. Die Stärke dieser » Wechselwirkung « wird als weitgehend unabhängig von der räumlichen Distanz der Ereignisse angenommen.
 
Die entscheidene Aussage über dieses Feld ist die Annahme, dass es darin eine auf die Formbildung Einfluss nehmende » morphische Resonanz « gäbe, womit gemeint ist, dass — sobald Materie irgendwo Form annahm — der Einfluss dieses Feldes zur Folge hat, dass sich häufiger als nur zufällig oft gleiche oder recht ähnliche Form auch anderswo bildet — in gewisser Weise autokatalytisch — und dass jede solche Wiederholung eines formbildenden Prozesses die Wahrscheinlichkeit vergrößert, dass er nochmals wiederholt wird.
 


 
Quelle: Fritz-Albert Popp: Rupert Sheldrake in der Diskussion — Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens (1997), S. 194-196.

 
 
Eine erste denkbare Möglichkeit, wie das morphische Feld physikalisch realiert sein könnte, hat (im selben Buch) Hans-Peter-Dürr beschrieben. Eine kurze Zusammenfassung seiner Argumentation findet sich auf Seite Wie plausibel ist Sheldrakes Idee morphischer Resonanz?

 
 
 
Auch noch interessant sind Popps Überlegungen zur Frage
 
 
Kann morphische Resonanz (wenn sie denn existieren sollte) direkt überhaupt beweisbar sein?


Fritz-Albert Popp erklärt (1997, S. 202-203):
 
Es wird oft übersehen, dass eine große Vielfalt von Effekten, die sich in unserer Realität abspielen, messtechnisch nur schwer, wenn überhaupt erfassbar ist. Unser technisches Instrumentarium muss — bei allem Respekt vor seiner rasanten Entwicklung — im Vergleich zum Sensorium biologischer Lebewesen immer noch nur als » rudimentär « bezeichnet werden.
 
Ich selbst habe erlebt, wie noch in den 1970-er Jahren fast niemand an die Existenz der Biophotonen glauben wollte, und das nur deshalb, weil es keine alle überzeugende Nachweismöglichkeit gab.
 
Gurwitz, der als erster Anzeichen für die Existenz von Biolicht fand, wurde als » falscher Prophet « gebrandmarkt, und einen Italiener, der ähnliche Beobachtungen in den 1930-er Jahren gemacht hatte, wurde totgeschwiegen. An solchen Vorstellungen hat sich bis heute [1997] kaum was gändert — und das, obgleich es inzwischen weltweit etwa 40 Gruppen von Wissenschaftlern gibt, die täglich Biophotonen messen und nun zweifelsfrei wissen, dass biologische Systeme nur leben, solange sie Biophotonen emittieren.
 
Ähnliche Vorurteile könnten uns dazu veranlassen, Sheldrakes These als Spinnerei abzutun.
 
Man sollte aber bedenken, wie schwierig es sein muss, ein nicht lokales morphisches Feld nachzuweisen, das einfach nur die Wahrscheinlichkeit für die Koinzidenz bestimmter Ereignisse ein klein wenig erhöht.
 
Bereiche unserer » Realität « zu analysieren, die sich vielleicht noch lange der Nachweisbarkeit entziehen, aber dennoch Relevanz für unsere Entwicklung haben können, wird immer eine extrem schwierige Aufgabe sein. Offensichtlich aber ist, dass es solche Bereiche gibt.
 
So können sich beispielsweise schwächste Effekte, die immer in die gleiche Richtung wirken, über Jahrzehnte dramatisch aufschaukeln, ohne dass sie in den üblichen Zeiten der Laboruntersuchungen signifikant nachweisbar wären.
 
Es scheint mir daher wertvoller, die experimentelle Herausforderung der » morphischen Felder « anzunehmen, als sie ungeprüft abzutun.

 



 

 Beitrag 0-375
Warum Rupert Sheldrake zu Unrecht der Esoterik verdächtigt wird

 
 

 
Es ist klar, was Sheldrakes formgebende Felder sein müssen

 
 
Auf die Frage "Sind die morphischen Felder nur formal und abstrakt oder besitzen sie auch eine Art Energie?" antwortet Sheldrake hier auf Seite 60:
    "Sie ordnen Energie: Alle Felder ordnen Energie. Nehmen Sie das Elektronen-Feld in der Quantenfeldtheorie her: [Es] ordnet die Energie und Elektronen sind Vibrationen in einem solchen Feld.
     
    Ist das Elektronen-Feld also Energie? Nicht wirklich. Es ist ein Feld, das Energie beinhaltet und organisiert, wie auch das morphische Feld.
     
    Mein morphisches Feld etwa beinhaltet und ordnet die Energie innerhalb meines Körpers. Die Energie selbst kommt von der Essenszufuhr bei den Mahlzeiten."

 
Sheldrake hätte es genauer auch so ausdrücken können:
    Ein Feld ist eine in der Raumzeit existierende, ganz bestimmte Verteilung von Energie: Energie, die Form angenommen hat.
     
    Wenn man das so sieht und sich vor Augen führt, dass ja auch Lebewesen Energie benötigen, um "in Form" zu bleiben, könnte man vielleicht auch auf die Idee kommen zu sagen, dass jede Art von Objekt — nicht nur Elementarteilchen — ein für diese Art typisches Feld darstellt, jedes einzelne Objekt dieser Art also ein Teil dieses Feldes ist, das — wie schwach auch immer — sich im gesamten Universum ausbreitet einschließlich seiner Gedanken, denn:
     
    Dass Felder, die Elementarteilchen darstellen, nicht-lokal sind, gilt Quantenphysikern heute als selbstverständlich. Da nun aber jedes materielle Objekt Summe von Elementarteilchen ist, muss auch das Objekt nicht-lokal sein ( wenn man es ganz genau nimmt ).
     
    Führt man diesen Gedanken weiter und betrachtet Objekte, die denken können, so wird ja sicher auch zum Denken Energie notwendig sein. Die Energie im Feld muss dann ja wohl auch die Gedanken der denkenden Objekte der jeweils betrachteten Art » in Form « halten - und damit im Universum tatsächlich überall irgendwie präsent machen, wie unendlich schwach auch immer.
     
    So betrachtet kommt man dann zum Schluss, dass Sheldrakes morphische (= formgebende) Felder wohl nichts anderes sein können als die Summe sämtlicher Elementarteilchenfelder — so dass dann insbesondere auch das Feld Dunkler Materie ein Teilfeld davon wäre und jedes Lebewesen einschließlich seiner Gedanken als Wellenpaket im Feld der physikalischen Grundkräfte beschreibbar sein muss. Die Quantenfeldtheorie beschreibt Elementarteilchen als Anregungszustände eines entsprechenden Feldes.
     
    Anregungszustand eines Feldes ist (so lehrt uns seine Fourierentwicklung) eine Summe von Wellen, deren jede sich – man denke z.B. an elektromagnetische Wellen – kugelförmig mit Lichtgeschwindigkeit um die Stelle ihres Entstehens ausbreitet und erst aufhört zu existieren, wenn sie im Rahmen eines Quanten­ereignisses ihre Energie abgibt. Wenn also ein Stück Materie — und sei es auch nur ein Stein — Summe von Elementarteilchen ist, stellt er sich im Modell der Quantenfeldtheorie dar als Wellenpaket, welches sich in ständiger Ausbreitung befindet. Was wir makroskopisch wahrnehmen ist nur sein Schwerpunkt. Extrem schwach existiert jenes Wellenpaket aber auch noch weit über ihn hinaus: überall dort nämlich, wohin sich wenigstens eine der Wellen, aus denen es besteht, bereits ausgebreitet hat. Selbst dort noch kann sie Wirkung entfalten — dass sie es nur mit extrem kleiner Wahrscheinlichkeit wirklich tun wird, ist eine andere Sache.

 
Damit sollte klar sein: Wer Sheldrake der Esoterik verdächtigt, weil er nach irgendwelch aus der Luft gegriffenen Feldern oder physikalisch nicht erklärbarer nach Fernwirkung suche, tut ihm unrecht. Sheldrake versucht einfach nur die Frage zu beantworten, ob das Quantenfeld — das Feld aller Materie und Strahlung, welches sich ja in ständiger Schwingung befindet — sog. morphische Resonanz kennt, Resonanzerscheinungen also, die dafür verantwortlich sein könnten, dass Evolution sich weit schneller vollzieht als aus rein wahrscheinlichkeitstheoretischer Überlegung heraus möglich erscheint.
 
Wie mächtig Resonanz sein kann, zeigt das Beispiel von Soldaten, die im Gleichschritt über eine Brücke gehen. Es kann dann sein, dass die Brücke in Resonanz gerät, die sich immer weiter aufschaukelt und schließlich zum Zusammenbrechen der Brücke führt. Kann Evolution sind in ähnlicher Weise als eine immer stärker werdene Kraft darstellen?
 
 
 
Nebenbei noch: Das Konzept Energie ist das wichtigste Konzept in der Physik überhaupt. Und doch kann kein Physiker uns erklären, wie es zur Existenz von Energie kam oder was genau sie denn eigentlich ist. Wie Einstein zeigen konnte, ist jede Quantifizierung von Energie relativ, womit klar sein sollte, dass die wahre Natur von Energie sich unserem Verstand ebenso entzieht wie die wahre Natur des biblischen Gottes.
 
Die Physik kann nur Formen auflisten, in denen Energie uns begegnet, und sich Gedanken darüber machen, wie diese Formen auseinander hervorgehen, durch welche Gesetze solche Umwandlung gesteuert wird und wie all das erklärt, was wir in unserer Alltagswelt beobachten.
 
Das mit Abstand am besten geeignete Werkzeug, zu solchen Erklärungen zu kommen, ist die Mathematik — erst als das erkannt wurde, war aus Naturphilosophie Physik geworden.
 
Das Begriffspaar Energie und mathematische Wahrheit, so könnte man sagen, ist für Physiker das, was für gläubige Menschen Gott und unser Gewissen sind. Denn: Unser Gewissen bzw. mathematische Wahrheit sind im Zweifelsfall die letzte Instanz, die zu befragen wäre, wo Zweifel bestehen.

 

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