Interessantes zu Theoretischer Physik


Konvergenz — ein noch unverstandener Treiber der Evolution

Rupert Sheldrake — und unabhängig von ihm auch der Evolutionsbiologe Conway Morris — haben Beobachtungen gemacht, welche darauf hindeuten, dass die bestimmenden Treiber der Evolution nicht einfach nur — wie noch Darwin dachte — Mutation und Auslese sein können: Es muss mindestens noch einen dritten, bisher unbekannten Mechanismus geben, den man heute Konvergenz nennt.

Es scheint mir lehrreich, zu vergleichen, wie Conway Morris und Sheldrake argumentieren hinsichtlich der von ihnen vermuteten Konvergenz der Evolution (den Begriff als solchen hat Morris vorgeschlagen):

  • Morris nennt Beobachtungen, die dahingehend interpretierbar sind, dass nicht allein nur Zufall und Selek­tion die bestimmenden Treiber der Evolution sind. Er hat zahlreiche Beispiele dafür gesammelt, die aber alle vom gleichen Typus sind. Er versucht nicht, sich zu überlegen, auf welchen Mechanismus das Phänomen zurückführbar sein könnte.
     
  • Sheldrake nennt ebenfalls Beobachtungen, die auf Konvergenz der Evolution hindeuten (sogar auf sehr schnelle Konvergenz: auf eine, die schon in Wochen, Monaten, Jahren oder wenigen Jahrzehn­ten deutlich wird — nicht erst nach Millionen von Jahren). Sheldrakers Beispiele sind überprüfbar, und anders als Morris hat Sheldrake einen Vorschlag, auf welche Art von Mechanismus die durch ihn beobachtete Konvergenz zustande kommen könnte.

Was Falsifizierbarkeit betrifft, ist festzuhalten:

  • Experimente, die Morris These bestätigen könnten, sind nicht durchführbar.
  • Sheldrakes These dagegen ist anhand von Experimenten überprüfbar, und er selbst schlägt etwa ein Dutzend Wege vor, mittels derer sich Beobachtungen sammeln lassen, die Plausibilität seiner These einzu­sehen.

Man kann sich sehr gut auf den Standpunkt stellen, dass, was Morris und Sheldrake da aufgefallen ist, ein und dieselbe Ursache haben könnte. Insofern ist der durch Sheldrake geprägte Begriff morphischer Resonanz nur ein anderes Wort für Konvergenz — eines aber, welches anders als "Konvergenz" nicht einfach nur für eine Beobachtung steht, sondern zugleich auch für eine Idee, wie sich konvergente Evolution aus physikalischen Gründen heraus ergeben könnte.

Auf jeden Fall spricht nichts dagegen, dass auch morphische Resonanz, wenn es sie denn geben sollte, auf physikalische Kräfte zurückführbar ist — der Biologen » morphogenetische Felder « dann also nichts anderes wären als das Feld der physikalischen Grundkräfte.
Wissenswertes zu "Sheldrake, Conway Morris, Konvergenz der Evolution" zusammengestellt durch Gebhard Greiter.
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