Praktisches & Grundsätzliches zur Informatik

Unterlassene Design Reviews, QS Ökonomie

Unterlassene Design Reviews kosten mehr als man denkt

Erfolgreiche Qualitätssicherung ist heute ganz sicher die Achillesferse aller Software-Entwickler.

Wo Konzepte entwickelt werden, die schließlich und endlich in Software implementiert sein sollen, kann man gar nicht früh genug damit beginnen, Fehler zu suchen. In welchem Umfang zu spät be­ginnende Fehlersuche die Kosten eines Projekts in die Höhe treiben kann, geht hervor aus folgen­der Tabelle:




Quelle: Carnegie Mellon University, 2010
Folie 88 aus: Introduction to the Team Software Process


Warnung aber:

Die Früchte von Reviews wird man in dem Ausmaß weniger ernten, in dem

Zur Nützlichkeit konsequenter Code-Inspektion

Sehr konkrete Aussagen zur Nützlichkeit von Code Inspektion finden sich in Seven Truths about Peer Reviews:
Lese auch: SQS nennt uns den teuersten Software-Fehler in 2011: "25 Millionen Dollar Strafe verhängte die US Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) einem internationalen Finanzdienst­leister. Dieser hatte zuvor einen Fehler in einer Software-Anwendung eines Investment-Fonds vertuscht. Gleichzeitig musste das Unternehmen den geprellten Anlegern den entstandenen Schaden zurück­erstatten: 217 Millionen Dollar (über 160 Millionen Euro)."

Honda musste (ebenfalls 2011) fast 1 Mio Autos wegen eines Software-Fehlers zurückrufen.

Im November 2000 hat ein Fehler in Software zur Planung von Krebstherapien zur Folge, dass 8 Patienten sterben und weitere 20 in ihrer Gesundheit bleibend geschädigt werden. Die für den Test der Software verantwortlichen Ärzte wurden des Mordes angeklagt.

Im Dezember 2005 konnte an der Tokioter Börse eine fehlerhafte Verkaufsorder wegen eines System­fehlers nicht storniert werden, was Mizuho Securities einen Verlust von mehr als 300 Millionen Dollar bescherte.

2003 versuchte das deutsche Toll Collect die politisch beschlossene LKW-Maut einzuführen. Nachdem ausgelieferte Hardware für identische Strecken unterschiedliche Gebühren anzeigte, wurde eine Rück­rufaktion eingeleitet. Obwohl bereits für 2003 geplant, wurde der volle Betrieb des Systems erst 2006 möglich. 3,5 Milliarden Euro Einnahmeausfälle wurden in einem Verfahren gegen das Unternehmen geltend gemacht.

Lies auch: Spektakuläre Software-Fehler in 2012
Wissenswertes zu "QS Ökonomie, Unterlassene Design Reviews" zusammengestellt durch Gebhard Greiter.
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