Knowhow: Standardmodell der Elementarteilchen-Physik: Gebhard Greiter (GRTGRT/ggreiter)
Was Physiker unter » Renormalisierbarkeit « verstehen
A renormalizing physical theory is a quantum field theory in which the infinities that appear in calculations can be systematically absorbed into a finite number of physical parameters – typically masses, charges, and field normalizations – so that all measurable predictions remain finite and well-defined.Note: Not only Quantum field theories often produce divergent (infinite) quantities when you compute things like particle self-energies or interaction strengths.
Renormalization is the procedure that:
- Identifies which parts of a calculation diverge.
- Redefines a small set of physical quantities (mass, charge, coupling constants, etc.) to absorb those divergences.
- Leaves behind, for all of them, finite predictions that match experiments.
A theory is called renormalizable (or "renormalizing") if this procedure requires only a finite number of redefinitions. If infinitely many parameters were needed, the theory would lose predictive power.
Wichtigstes Beispiel einer renormalisierungs-bedürftigen Theorie ist das offenbar noch nicht in all seinen Details voll zutreffende
Standardmodell der Elementarteilchen-Physik:
In seinem Buch Quantentheorie verstehen, 2. erweiterte Auflage 2024 schreibt Thomas Görnitz, dass real Beobachtetes nicht nur durch Fakten beeinflusst wird, sondern zudem auch durch Möglichkeiten, die wir erwarten, erhoffen oder befürchten.Dies gelte sogar noch für unbelebte Natur, z.B. die Elementarteilchen. Genauer (nahezu wörtlich zitiert aus dem Abschnitt Reale und wirksame Quanten auf Seite 38 des Buches):
Wirksame Möglichkeiten betreffen sogar die Existenz der Teilchen: "Virtuelle Teilchen" etwa existieren nur als Möglichkeiten, können aber dennoch real beobachtbare Wirkung haben.
Beispiel hierfür sind die virtuellen Photonen, welche die Coulomb-Kraft erzeugen.
Solange allerdings dem betreffenden Zustand nicht genügend Energie zugeführt wird, können sie nicht als "viele reale Teilchen" (elektromagnetische Wellen darstellend) wahrgenommen werden.
Auch Strukturquanten wie Quarks und Phononen existieren ausschließlich virtuell (und können im Vakuum nie als frei bewegliche Teilchen erscheinen).
Unter Quantisierung versteht man den Übergang von einer klassischen (= faktischen) Beschreibung zu einer quantenbasierten. Hierzu werden Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren eingeführt. Sie erfassen den Übergang zwischen möglichen realen Eigenschaften oder Strukturen.
Beispielsweise wird in der Quantenmechank die Anzahl der Quantenteilchen als Faktum angesehen. Durch Definition von Erzeugungs- und Vernichtungs-Operatoren für Teilchen [als Quantenfluktuation zu deuten] gelangt man von der quantenmechanischen Beschreibung zu einer quantenfeld-theoretischen.
Genauer: Man definiert als "Teilchen-Vakuum" einen Zustand, in dem keine Teilchen vorhanden sind. Erst durch wiederholte Anwendung von Erzeugungsoperatoren werden sie dem Zustand hinzugefügt. Verschiedenen Sorten von Teilchen entsprechen verschiedenene mathematischen Strukturen der Operatoren.
Nur wo man die Natur nicht wirklich genau beschreiben und verstehen will, genügen Konzepte der klassischen Physik (wie etwa die Coulomb-Kraft an Stelle virtueller Photonen oder die elektromagnetischen Wellen an Stelle realer Photonen).
Nebenbei noch: Im Standardmodell werden Teilchen als geringste Anregungsstufen von Feldern verstanden – als "Feldquanten". Die philosophische Pointe hinter dem Wort "Strukturquant": Teilchen sind keine unveränderlichen "Klötzchen" oder "Körnchen", sondern Erscheinungsformen einer zugrundeliegenden Feldstruktur. (s. z.B. hier)
Das Standardmodell der Elementarteilchenphysik ist – da in vielen Teilen renormierbar – zwar extrem erfolgreich, vor allem in Hinsicht auf virtuelle Teilchen aber doch unzutreffend. Letzteres zeigt sich daran, dass viele seiner Rechnungen der Renormalisierung bedürfen und das Modell nicht zuletzt auch eine Aussage macht, welche um sage und schreibe den Faktor 10120 falschen Wert liefert. Diese Zahl, so erklärt Brian Greene, ist größer als das Verhältnis der Summe aller Materie im beobachtbaren Universum verglichen mit der Masse eines Staubkorns.
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