welt-verstehen/Qaitusgn+Qualität+Aussagen

Unsere Welt zu verstehen:  Qualität Aussagen



 Beitrag 0-257
 
 

 
Zur Qualität physikalischer Aussagen

 
 
Die Sprache der Physik ist Mathematik.
 
Dies bedeutet aber nicht, dass physikalische Aussagen ebenso richtig sein müssen wie – logisch fehlerfrei abgeleitete – mathematische Aussagen:

 


Wolfgang Kinzel, Lehrstuhl für theoretische Physik III Universität Würzburg, schrieb:
 
Es gibt keine wahren Aussagen in der theoretischen Physik, sondern nur Aussagen, die eine Vielzahl von Experimenten beschreiben und ihr Ergebnis vorhersagen können.
 
Die Mathematik dagegen hat eine andere Zielsetzung. Sie geht von Axiomen und präzisen Definitionen aus und leitet daraus Aussagen her, die streng logisch aus den Axiomen gefolgert werden sollen. Die bewiesenen Aussagen der Mathematik sind Wahrheiten, die – falls der Beweis richtig war – nie widerlegt werden können.
 


 
Um das zu verstehen,muss man wissen: Physikalische Aussagen sind  D e u t u n g  der Aussagen mathematischer Modelle im Lichte unser Realität, d.h. unserer Sinneswahrnehmung interpretiert durch unser Gehirn.
 
Jede solche Deutung wird irgendwie hinken — ist also stets nur mehr oder weniger grob zutreffend.
 
 
Schönes Beispiel hierfür ist Heisenbergs Aussage über unsere Atommodelle:

Heisenberg (Zitat aus 1945):
 
Das Atom der modernen Physik kann allein nur durch eine partielle Differentialgleichung in einem abstrakten, vieldimensionalen Raum dargestellt werden. Alle seine Eigenschaften sind gefolgert; keine materiellen Eigenschaften können ihm in direkter Weise zugeschrieben werden. Das heißt: Jedes Bild des Atoms, das unsere Einbildung zu erfinden vermag, ist aus diesem Grunde mangelhaft. Ein Verständnis der atomaren Welt in jener ursprünglich sinnlichen Weise ist unmöglich.
 

    Nebenbei noch: Wie aus Heisenbergs Unbestimmtheitsrelation — angewandt auf das Paar Energie und Lebendauer virtueller Teilchen — folgt, wird in jedem noch so kleinen Zeitintervall durch ständig und überall gegebene Quantenfluktuation nicht nur die Differentialgleichung, von der er spricht, sondern auch die Zahl der Dimensionen des "vieldimensionalen" Raumes, über dem sie definiert ist, fortlaufend modifiziert.


 


aus  Notizen  zu:

Objekt vs Modell (in der Physik)


Impressum