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Historie und Widerlegung der Steady-State-Theorie

 
 
Historisch interessant ist, dass die Urknalltheorie ihren Namen der Person verdankt, welche sie am vehementesten abgelehnt hat: Fred Hoyle.
 
Hoyle und seine Mitarbeiter propagierten statt ihrer die sog. Steady-State-Theorie, welche davon ausging, dass die Qualität des Universums über alle Zeit hinweg unverändert die gleiche gewesen sei und in Zukunft auch sein werde.
 
Die damals schon bekannte Tatsache, dass der Raum expandiert, erklärten sie sich dadurch, dass sie annahmen, aus dem Vakuum heraus entstünden ständig neue Atome, von denen einige wenige ihrer gegenseitigen Auslöschung entkommen und so die Materie im Raum dauerhaft vermehren.
 
Diese Physiker räumten zwar ein, dass ihnen ein Beweis für diese spontane Entstehung von Materie fehle, das erfordliche Maß an Materiebildung — mit einigen wenigen Atomen pro Jahrhundert und Kubikkilometer — aber so gering sei, dass sich ein Gegenbeweis nicht führen lasse.
 
Zudem wiesen sie darauf hin, dass kontinuierliche Entstehung neuer Materie doch wohl eher wahrscheinlicher sei als eine urplötzliche Entstehung sämtlicher Materie in einem "Big Bang" (Urknall).
 
 
Was ihrer Theorie dann aber den Todesstoß versetzt hat, war folgendes Argument und folgende Beobachtung:
     
  • Ferne Galaxien zeigen sich uns so, wie sie vor Milliarden vor Jahren waren. Wäre die Staedy-State-Theorie richtig, dürfen sie sich in ihrer durchschnittlichen Qualität nicht unterscheiden von uns nahegelegenen Galaxien.
     
  • Je mehr Daten man aber sammelte, desto klarer wurde, dass die besonders fernen Galaxien tatsächlich anders aussehen und deutliche Anzeichen von Jugend aufweisen: Sie sind kleiner, unregelmäßiger geformt und von besonders hellen, kurzlebigen Sternen bevölkert. Auch senden sie weit mehr Radiowellen aus als uns nahe Galaxien [was 1950 dem Astronom Martin Ryle aufgefallen war].

 
Interessant also: Es war die Urknalltheorie — die weniger plausible von beiden — die sich als tragfähig erwies.
 
Sie wurde schon kurze Zeit später ergänzt durch die Inflationstheorie, genauer: die Theorie ewiger Inflation, die
 
Beobachtungsergebnisse, die geeignet erscheinen, selbst noch die Urknalltheorie mit Fragezeichen zu versehen, sind — mit Stand 2016 — zusammengetragen in Hans Jörg Fahr: Mit oder ohne Urknall — Das ist hier die Frage (Springer Spektrum, aktualisierte 2. Auflage, 2016).
 
Es werden in diesem Buch insbesondere ernsthafte Zweifel daran geweckt, ob die Rotverschiebung des Lichtes beobachtbarer Himmelskörper wirklich nur mit deren Entfernung von der Erde korrespondiert oder vielleicht doch auch vom Alter der betroffenen baryonischen Materie mit geprägt wird.
 
Wie neuere Beobachtungen der Zwerggalaxien in unserer sog. Lokalen Gruppe vermuten lassen, bewegen sich Galaxien um deutlich größere Galaxien ähnlich wie Planeten um einen Stern. Stellt man sich jetzt also vor, dass es zwei Galaxien geben kann, die sich um eine deutlich größere herum auf ähnlicher Bahn bewegen, aber so, dass sie sich stets in etwa gegenüber befinden, wird klar, dass sie — aus Sicht weit entfernter, in der Ebene dieser Bahn existierenden Beobachter deutlich unterschiedliche Rotverschiebung aufweisen können (da ja dann immer eine der beiden dem Beobachter entgegen kommt, während die jeweils andere sich gerade von ihm entfernt — was der langen Umlaufzeiten wegen für die so extrem kurzlebigen Beobachter aber nicht erkennbar sein wird).
 
Lies auch: Halton Arp's Kosmomologie (Fahr nimmt auf sie mehrfach Bezug, erwähnt aber nicht, wie ablehnend die meisten Astrophysiker ihr gegenüber stehen).

 


aus  Notizen  zu:

Zum Urknall


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