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Unsere Welt zu verstehen:  Qualitätsbewusstsein Hochschulphilosophen



 Beitrag 0-533
 
 

 
Wo fehlendes Qualitätsbewusstsein

die gesamte Zunft deutscher Hochschulphilosophen blamiert

 
 
Philosophische Freiheit ist der einzige, durch keinerlei Gesetze geregelte Freiraum, den wir haben: Freiheit des philosophischen Denkens.
 
Wahr ist aber auch:
    Man kann in diesen Raum — selbst als Professor für Philosophie — jeden nur denkbare Blödsinn erzählen.
     
    Einer, den sein US-amerikanischer Kollege John Searle den "derzeit besten Philosophen Deutschlands" nennt, macht von eben dieser Freiheit ganz ungeniert Gebrauch, was ihn zum bisher wohl erfogreichsten Selbstvermarkter in dieser ganzen Branche macht.
     
    Es gibt halt zu viele Kollegen, die ihm stumm abkaufen, was er so alles als "Forschungsergebnis" einordnet.
     
    Muss man sich da wundern, dass Steven Hawking (ein inzwischen verstorbener renommierter Physiker) der Meinung war: "Philosophy is dead. Philosophers have not kept up with modern developments in science. Particularly physics. Scientists have become the bearers of the torch of discovery in our quest for knowledge."?
     
    Gegen Ende des Reports Is Philosophy dead? liest man:
     
    Professor Crane argued "academic philosophy is in crisis and no longer really hospitable to the idea of challenging everything, not least because the need to be published in a few top journals “encourages incredible conformism around a very narrow range of ideas".
     
    Professor Newberger took a similar line, reflecting that she had "only managed to maintain my enthusiasm for philosophy by staying away from philosophers".

Ich, Gebhard Greiter, sehe es ebenso, denn wie z.B. die Qualität angeblich philosophischer Argumentation in Markus Gabriels Buch Warum es die Welt nicht gibt (2013) zeigt, scheint selbst im akademischen Bereich nicht mehr klar zu sein, wo statt zu philosophieren nur noch Selbstvermarktung um jeden Preis stattfindet.
 
Natürlich gründet sich diese meine Meinung nicht auf den fragwürdigen Wahrheitswert von Gabriels Denkergebnis, sondern vielmehr auf die fehlende Qualität seiner Argumentation hin zu diesem Denkergebnis. Welche — eines Wissenschaftlers ganz unwürdigen — gravierenden Mängel Gabriels Herleitung seiner Meinung enthält findet sich ausführlich erklärt hinter Links in Zur Güte von Markus Gabriels erkenntnistheoretischer Argumentation und zudem in mehreren anderen Blogposts.
 
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Vergleicht man Gabriels Argumentieren mit dem wirklich überlegten von Kant oder Jaspers, so wird schnell klar: Markus Gabriel scheint bisher noch gar nicht verstanden zu haben, welche Qualität Denken zukommen muss, damit man es zu Recht
     
  • als Philosophie einerseits
     
  • und/oder Wissenschaft andererseits

anerkennen kann.
 
Gabriel mag Heidegger ausführlich gelesen haben. Karl Jaspers Einführung in die Philosophie (1996) aber hat er ganz sicher nicht gelesen. Er wüsste sonst nämlich, welche Qualität philosophisches Denken als solches auszeichnet und von wissenschaftlicher Argumentation abgrenzt.
 
Zudem sollte sich Gabriel — in seiner Eigenschaft als Inhaber eines Lehrstuhls für Erkenntnistheorie — zunächst mal einen wohldefnierten Existenzbegriff zurechtlegen. Sollte ihm das irgendwann gelingen, wird er schnell erkennen, wie er sich mit seiner Argumentation in Sachen » Warum es die Welt nicht gibt « einfach nur blamiert hat.
 
Dass keiner von Gabriels deutschen Kollegen und ehemaligen Lehrern es wagt, ihn auf die ganz unakzeptable Qualität seiner Argumentation hinzuweisen, scheint mir kein gutes Zeichen zu sein.
 
Hawkings Meinung, Philosophie sei tot, teile ich nicht. Deutsche Hochschulphilosophie aber ist derzeit wirklich nicht ernst zu nehmen.

 


aus  Notizen  zu
tags: stw2489Q: Qualitätsbewusstsein+Hochschulphilosophen


An der Grenze zwischen Physik und Philosophie


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