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Unsere Welt zu verstehen:  Physik



 Beitrag 0-531
 
 

 
Was die Physik unser Ich nennen könnte

 
 
Was man aus Sicht der Naturwissenschaft als unser Ich sehen könnte, ist der Teil unseres Bewusstsein, der vor allem nicht-algorithmisch denkt und insbesondere auch über sich selbst nachdenken kann.
 
Damit ist klar: Jeder geistig gesunde Mensch hat ein solches Ich.
 
    Die interessante Frage, die sich stellt, ist nun aber die Frage, ob diese Art von Seele (unser Ich also) den Tod unseres Gehirn überlebt — und wenn ja, für wie lange. Es gibt nur wenige Wissenschaftler, die sich ernsthaft auf die Suche nach einer Antwort gemacht haben. Viele von ihnen kommen zur These: Ja, das könnte durchaus der Fall sein.
     
    Die Beobachtungen allerdings, die ihnen diese Meinung nahelegen, deuten — soweit mir bekannt — alle darauf hin, dass unser Ich — wenn es denn wirklich den Tod unseres Körpers überleben kann – sich über die Zeit hinweg verflüchtigt wie Gasgeruch in ansonsten reiner Luft.
     
    Aus physikalischer Sicht heraus könnte es sich dabei wohl am ehesten um in unserem Gehirn erzeugte, langwellige elektromagnetische Wellen handeln, deren jede sich über unsere Schädeldecke hinaus als Kugeloberfläche ins All hinaus ausbreitet, um sich dort dann einzeln und weitgehend unabhängig von einander irgendwann mit anderen Quanten zu vereinen — die eine oder andere davon vielleicht erst in Milliarden von Jahren.

 
Wer sich als Naturwissenschaftler solche (von der Quantenphysik ja durchaus nahegelegte) Gedanken macht, sollte aber nicht verschweigen, dass dieser Sachverhalt noch keineswegs klärt, ob es auch ein Ich im religiösen Sinne gibt: ein Ich, das nicht an physikalisch Existierendes gebunden ist und das Christen etwa als ihre Seele bezeichnen.
 
Es ist wichtig, sich den Unterschied zwischen den Begriffen Geist, Psyche und Seele (in diesem Sinne) klar zu machen:
 
Jeder Mensch besteht aus Körper und Geist. Letzterer gedeiht oder verkümmert in dem Teil des Menschen, den wir als seine Seele bzw. seine Psyche bezeichnen. Wie Körper und Psyche funktionieren und zusammenwirken, ist Gegenstand von Neurologie, Psychologie und Medizin, nur ansatzweise auch Biologie.
 
Religionen gehen davon aus, dass jeder Mensch über seine Psyche hinaus auch noch eine Seele (nun aber im religiösen Sinne) hat und die besonders wichtig sei, da sie sein eigentliches, über den Tod hinaus existierendes Ich darstellt.
 
Fazit also:
 
    Das Psychische ist sozusagen der Teil allen Seelischen, für dessen Existenz wir Beweise haben und der deswegen wissenschaftlicher Untersuchung gerade noch zugänglich ist.
     
    Wie weit über ihn hinaus Seelisches auch als etwas sogar noch physikalisch Existentes über unseren körperlichen Tod hinaus existiert — bzw. existieren kann —, ist nicht erforschbar.

     
    Das oben vorgebrachte physikalische Argument scheint Beweis dafür zu sein, dass der Tod unseres Gehirns Anfang unseres entgültigen Sterbens ist im selben Sinne, wie das Abschneiden einer Blume, um sie dann in eine Vase zu stellen, der Beginn ihres unwiderruflichen Absterbens ist.


 


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tags: stw1306P: Physik


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