Antirealismus+Heisenberg+verstehen

Unsere Welt zu verstehen:  Antirealismus Heisenberg



 Beitrag 0-483
 
 

 
Antirealismus begründet durch

Bohr und Heisenberg

 


Werner Heisenberg (gekürzt, aber wörtlich, wo kursiv gedruckt):
 
... man kann gar nicht mehr vom Teilchen losgelöst vom Beobachtungsvorgang sprechen.
 
Das hat zur Folge, daß die Naturgesetze, die wir in der Quantentheorie mathematisch formulieren, nicht mehr von den Elementarteilchen handeln, sondern
[nur] von unserer Kenntnis der Elemetarteilchen [ gemeint ist: von der Kenntnis ihrer durch uns beobachtbaren Reaktionen auf Messfragen ].
 
Die Frage, ob diese Teilchen » an sich « in Raum und Zeit existieren, kann deswegen in dieser Form gar nicht gestellt werden.
 
 
Wenn von einem Naturbild der exakten Naturwissenschaften in unserer Zeit gesprochen werden kann, so handelt es sich eigentlich nicht um ein Bild der Natur, sondern nur um ein Bild unserer Beziehungen zur Natur
[ will heißen: unsere Schlussfolgerung daraus, wie die Natur auf durch unsere Messgeräte gestellte Fragen antwortet ].
 
... Die Naturwissenschaft steht nicht mehr als Beschauer vor der Natur, sondern erkennt sich selbst als Teil dieses Wechselspiels zwischen Mensch und Natur. ...
 
 
Verschiedene anschauliche Bilder, mit denen wir atomare Systeme beschreiben, sind zwar für bestimmte Experimente angemessen, aber schließen sich
[ nicht selten ] doch gegenseitig aus. ...
 
Diese verschiedenen Bilder sind richtig, wenn man sie an der richtigen Stelle verwendet, aber sie widersprechen einander, und man bezeichnet sie daher als komplementär zu einander.

 


 
Bohrs Standpunkt war fast noch radikaler, denn im zufolge ...

Niels Bohr (gekürzt, aber wörtlich, wo kursiv gedruckt):
 
... kann unabhängige Wirklichkeit im gewöhnlichen physikalischen Sinne [...] weder den Phänomenen, noch den Beabachtungsmitteln zugeschrieben werden.
 
... Jede vollständige Erhellung ein und desselben Gegenstandes kann unterschiedliche Gesichtspunkte erfordern, welche eine einzige Beschreibung in Frage stellen.

 


 
 
Quelle: Lee Smolin: Quantenwelt, 2019, S. 135-136
 
basierend auf:
 
Werner Heisenberg: Das Naturbild der heutigen Physik, Rohwolt 1955, S. 12, 21
Niels Bohr (1934) zitiert nach Max Jammer aus: The Philosophy of Quantum Mechanics in Historical Perspective, John Wiley and Sons, 1974, S. 103


 


aus  Notizen  zu:

Wie real ist die Welt um uns herum?


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