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Unsere Welt zu verstehen:  Metaphysik Philosophie



 Beitrag 0-451
 
 

 
Metaphysik als Philosophie

 
 
Metaphysik kann man als den Versuch definieren, eine Theorie des Weltganzen zu entwickeln. Sie soll beschreiben, wie die Welt wirklich ist (im Gegensatz dazu, wie sie uns vorkommt).
 
Auf diese Weise — so schreibt Markus Gabriel — habe die Metaphysik die Welt gewissermaßen erst erfunden: Wir meinen damit alles, was wirklich der Fall ist: die Wirklichkeit.
 
Um herauszufinden, wie die Welt wirklich ist, muss man alles Menschengemachte davon abziehen (es also zunächst mal identifizieren).
 
Die Postmoderne — die Markus Gabriel jetzt durch das Zeitalter des Neuen Realismus zu ersetzen gedenkt — hat den Standpunkt vertreten, dass es die Dinge nur gibt, wie sie uns erscheinen. Dahinter, so argumentiert sie, gäbe es nichts mehr: keine Wirklichkeit.
 
 
Die Postmoderne, so Gabriel, sei eine Variante der Metaphysik und als solche nur eine besonders allgemeine Form des Konstruktivismus.
 
Der Konstruktivismus nämliche basiert auf der Annahme, dass es überhaupt keine Tatsachen an sich gäbe, da wir sie als Tatsachen einfach nur durch unsere vielfältigen Diskurse (auch die wissenschaftlicher Art) konstruieren.
 
Wichtiger Gewährsmann dieser nun schon 2500 Jahre alten Denktradition ist Immanuel Kant. Er behauptet, dass wir die Welt, wie sie wirklich ist, nicht erkennen können: Was auch immer wir erkennen, sei irgendwie auch von Menschen gemacht.
 
 
 
Quelle: Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt, Ullstein 2013, S. 10-11


 


aus  Notizen  zu:

An der Grenze zwischen Physik und Philosophie


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