Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-448
 
 

 
Realität — konstruiert durch unser Denken — ist die Sprache,

in der wir die Natur befragen

 


Ilya Prigogine (1980, 1986):
 
Es muss unterschieden werden zwischen
     
  • den unmittelbaren Eindrücken, die wir von der Außenwelt empfangen, und
     
  • der objektiven, » rationalen « Erkenntnis.

Letztere ist nicht passiv: Sie schafft sich ihre Gegenstände.
 
Wenn wir ein Phänomen zum Gegenstand der Erfahrung machen, nehmen wir a priori vor jeder wirklichen Erfahrung an, dass es einer Reihe von Prinzipien gehorcht (z.B. denen, die wir als Naturgesetze sehen).
 
Insofern das Phänomen als möglicher Erkenntnisgegenstand wahrgenommen wird, ist es Produkt der synthetischen Tätigkeit unseres Geistes.
 
Wir sind vor den Gegenständen unserer Erkenntnis da, und der Wissenschaftler ist selbst Quelle der universellen Gesetze, die er in der Natur entdeckt.
 
 
Die Natur insgesamt wird zu Recht jenen Gesetzen unterworfen, welche Wissenschaftler in ihr entziffern.
 
Die Wissenschaft wird zwar nicht immer dieselbe Antwort, aber doch immer die gleiche Form der Antwort erhalten.
 


 
Quelle: Ilya Prigogine, Isabelle Stengers: Dialog mit der Natur — Neue Wege naturwissenschaftlichen Denkens, Serie Piper, S. 93-96


 


aus Notizen zu:

Wie real ist die Welt um uns herum?


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