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 Beitrag 0-422
 
 

 
Wen man als » süchtig nach Computerspielen « bezeichnet

 
 
Da Computerspiele heute oft im Internet gespielt werden, wurde die Computerspielesucht unter dem Namen » Internet- und Computerspiele-Sucht « in das System psychiatrischer Diagnosen aufgenommen.
 
Als süchtig in diesem Sinne gilt eine Person [ nach DSM-5 ] genau dann, wenn
     
  • in einem Zeitraum von 12 Monaten das Internet immer wieder dazu benutzt wird, Computerspiele zu spielen — oft zusammen mit anderen Spielern —,
     
  • dies zu klinisch bedeutsamer Beeinträchtigung, zu Elend, Kummer und Leid führt
     
  • und sich dies in mindestens fünf der folgenden neun Kriterien ausdrückt (es geht nicht um Glücksspiel):
     
     
    1. Hauptbeschäftigung:   Des Spielers Alltag wird dominiert durch ständiges Nachdenken über vergangene oder künftige Spiele.
    2. Entzugssymptome:   Reizbarkeit oder Erregbarkeit, Konzentrationsstörungen, Angst und gedrückte Stimmung
    3. Toleranzentwicklung:   Mit dem Spielen muss immer mehr Zeit verbracht werden.
    4. Kontrollverlust: Der Spieler vermag sein Spielen nicht willentlich einzuschränken.
    5. Interesseverlust: Frühere Hobbies und Freizeitaktivitäten interessieren nicht mehr.
    6. Negative Konsequenzen:   Nachteilige psychosoziale Auswirkungen des Spielens werden in Kauf genommen.
    7. Lügen, Täuschen: Angehörige, Freunde und Therapeuten werden hinsichtlich des wahren Ausmaßes des Spielens getäuscht.
    8. Stimmungsverbesserung:   Der Spieler spielt, um Angst, Schuldgefühle, Hilflosigkeit, Probleme oder Stress zu bekämpfen.
    9. Vereinsamung, sozialer Abstieg:   Partnerkonflikte, Trennung, Karriereknick (Verlust des Arbeitsplatzes, Abbruch des Studiums)

 
 
 
Computerspielsüchtige deutsche Jugendliche
 
 
Quelle: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Drogen- und Suchtbericht 2018, S. 106-111


 


aus Notizen zu:

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