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Über Kinder und gewisse Fernsehprogramme

 
 
Viele Kinder verbringen heute nicht nur einige Minuten, sondern mehrere Stunden vor Cartoons, die insbesondere von den Kinderprogrammen des Privatfernsehens ausgestrahlt werden.
 
Welch negative Folgen für die Entwicklung ihres Gehirns dies haben kann, zeigen inzwischen gleich zwei — unabhängig von einander durchgeführte — Studien:
Beide Studien belegen negative Auswirkungen solchen Fernsehens auf die körperliche und geistige Bildung der Kinder.
 


Manfred Spitzer (2012):
 
Im Grunde ist es beschämend, dass die Wissenschaft erst im Herbst 2011 bestätigen konnte, was aufmerksame Eltern und Großeltern schon lange beobachten: Kinder werden » ganz kirre «, wenn sie beispielsweise am Sonntag Vormittag stundenlang die Comics im Kinderkanal schauen: "Die Kinder sind danach einfach zu nichts mehr zu gebrauchen" beklagen sich Mütter, wenn sie mit mir nach Voträgen über die Folgen von Medienkonsum diskutieren.
 
Erwähnenswer in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass das Frontalgehirn nicht nur bei Ermüdung, sondern auch beim Abfallen des Blutzuckerspiegels — wie er ganz normal etwa 2 Stunden nach dem Frühstück auftritt — weniger gut funktioniert:
 
Ein Experiment mit erfahrenen Richtern hat ganz klar gezeigt, dass diese — nachdem sie eine Weile nichts gegessen haben — nachweislich weniger gut durchdachte Urteile fällen.
 
Was für Richter, für erwachsene Personen also, gilt, muss für Kinder mit noch nicht voll ausgebildetem Frontalgehirn allemal gelten: Wer ohne Frühstück in die Schule geht, wird sich weniger gut konzentrieren können.
 


 
Quelle: Manfred Spitzer: Digitale Demenz — Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (2012, Droemer), S. 248-251.


 


aus  Notizen  zu:

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