welt-verstehen/Drisotserfwrea+Darwins+Gottesbegriff+Werken+Ausdruck

Unsere Welt zu verstehen:  Darwins Gottesbegriff



 Beitrag 0-380
 
 

 
Darwins Gottesbegriff

 
 
Einer der bahnbrechenden Naturwissenschaftler des 19. Jahrhnderts war Charles Robert Darwin (1809-1882).
 
Seine Mutter — eine gläubige Unitarierin — starb, als er 8 Jahre alt war. Sein Vater war Freimaurer.
 
Angeregt durch seinen älteren Bruder, der in einem Labor im elterlichen Geräteschuppen experimentierte, hat Darwin seine Liebe zur Chemie entdeckt.
 
Ein zunächst begonnenes Medizinstudium brach er früh wieder ab, da es ihn — mit Ausnahme der Chemievorlesungen — langweilte. Sein Vater drängte ihn dann zu einem Theologiestudium mit dem Ziel des Pfarrerberufs. Wegen seiner intensiven Beschäftigung mit biologischen Fragen starb dieser Berufsplan aber bald » eines natürlichen Todes «.
 
Darwin unterzog sich dann im Christ's College in Cambridge einem Studium mit Schwerpunkt » Naturtheologie «, welches er als einziges zum Abschluss brachte.
 
Danach erhilt er, mit Anfang zwanzig, eine Einladung, unentgeltlich an einer 5 Jahre dauernden Weltreise auf der HMS Beagle teilzunehmen. Dieser Beginn seines Forscherlebens lies für ihn theologische und religiöse Fragen in den Hintergrund treten, obgleich sie ihn nie ganz losließen.
 
Hatte Darwin sein Schiffsreise noch als orthodoxer Gläubiger angetreten, so schwankten seine religiösen Überzeugungen im Laufe seines Lebens, und er entwickelte sich schließlich zu einem erklärten Agnostiker, da, wie er sagte, » wir das Mysterium vom Anfang aller Dinge nicht aufklären können «.
 
Seine Notizbücher und Briefe und seine spät geschriebene Autobiographie sind dennoch voll von Fragen und Ideen zur Entstehung des Menschen, zur Stellung des Menschen in der Natur und zum Leib-Seele- bzw. Gehirn-Geist-Problem.

 
 
In seinen späten Werken brachte Darwin zum Ausdruck,
 
dass er sich nie als Atheist im Sinne einer Leugnung der Existenz Gottes sah.

 
 
Für ihn lag — etwa in seiner Schrift Die Abstammung des Menschen — in der Religion eine wichtige Bedeutung für den moralischen Fortschritt des Menschen.



Charles Darwin ( in seiner 1876 verfassten Autobiographie Mein Leben ):
 
Ein ... Grund für den Glauben an die Existenz Gottes ... scheint mir ... ins Gewicht zu fallen:
 
Dieser Grund ergibt sich aus der extremen Schwierigkeit oder eigentlich Unmöglichkeit, sich vorzustellen, dieses gewaltige, wunderbare Universum einschließlich des menschen und seiner Fähigkeit, weit zurück in die Vergangenheit und weit hinaus in die Zukunft zu blicken, sei nur das Ergebniss blinden Zufalls oder blinder Notwendigkeit.
 
Wenn ich darüber nachdenke, sehe ich mich gezwungen, auf eine erste Ursache zu zählen, die einen denkenden Geist hat, gewissermaßen dem menschlichen Verstand analog; und
 
ich sollte mich wohl einen Theisten nennen.

 


 
Quelle: Friedo & Christine Mann: Es werde Licht — Die Einheit von Geist und Materie in der Quantenphysik, Fischer, 2014 S. 79-82


 


aus  Notizen  zu:

Gott und die Physik


Impressum