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Unsere Welt zu verstehen:  Welchen Zustand



 Beitrag 0-356
 
 

 
Welchen Sinn macht es,

nach dem Zustand unseres Universums vor dem Urknall zu fragen?

 
 
Hans Jörg Fahr (ein Professor für Astronomie an der Universität Bonn) hat eine interessante Idee zur Diskussion gestellt:
 


Hans Jörg Fahr in Mit oder ohne Urknall (2016), S. 6 :
 
Wir können nicht ausschließen, dass das Universum [ gemeint ist das möglicherweise unendlich weite Weltall ] ein chaotisches System ist mit unüberschaubar vielen multikausalen, nicht-linearen Ursache-Rückkopplungen. Chaostheorie würde das einen kosmischen Attraktorzustand nennen.
 
Wenn dem so sein sollte, würde es keinen Sinn machen, danach zu forschen, was vor dem Urknall für ein Zustand existiert hat, denn alle nicht-linear-chaotischen Systeme lassen ihre Anfänge in völlige Vergessenheit zurücktreten.
 
Man sieht ihnen ihre Anfangszustände einfach nicht mehr an: Das vor dem Betrachter ablaufende Weltgeschehen liefert keinerlei Hinweise mehr auf irgendwelche Anfangszustände. Es gibt zwar lokales Mikrogeschehen, aber die großräumige Strukturbeschaffenheit wird dadurch nicht, oder kaum, beeinflusst. Sie hält sich über alle Zeiten hinweg.
 
Zum Vergleich denke man ein ein Gas im theormodynamischen Gleichgewicht: Sein Makrozustand ändert sich nicht mehr — und doch bewegen sich all seine Moleküle ständig.
 
 
Schönes Beispiel für solche Situation ist das metereologische Geschehen auf unserer Erde: Niemand kommt auf die Idee, einen Anfangszustand des Wetters zu suchen. Die einzig sinnvolle Frage ist, wie sich aus dem heutigen Wetter das von morgen oder übermorgen ergibt.
 


 
Quelle: Hans Jörg Fahr: Mit oder ohne Urknall (Springer Spektrum 2016)
 


 


aus  Notizen  zu:

Zum Urknall


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