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Was – und wie seriös – ist Biophotonik?

 
 
Biophotonik ist ein Zweig der Biophysik,
     
  • der sich erst unter starken Geburtswehen etablieren konnte,
     
  • heute aber weltweit anerkannt ist.
     
  • Es begann damit, dass — unabhängig voneinander — zwei zunächst anerkannte Wissenschaftler (erst der Russe Alexander Gurwitsch, später dann der Deutsche Fritz-Albert Popp) entdeckt hatten, dass Biomasse Licht speichert und umso intensiver auch abstrahlt, je frischer und je wertvoller sie als Lebensmittel noch ist.

Gurwitsch hat die Anerkennung seiner Entdeckung durch Fachkollegen nicht mehr erlebt, erst Popp hat ihr zum Durchbruch verholfen (obgleich auch seine Hochschulkarriere dadurch ein Ende fand).
 
Wie im Nachhinein bekannt wurde, ist auch italienischen Physikern in den 1950-er und 1960-er Jahren dieses Licht — das man heute Biophotonen nennt, schon aufgefallen.
 
Der erste Physiker, der in Deutschland (1976) Biophotonen zweifelsfrei nachweisen konnte, war Bernhard Ruth, der damals bei Popp promoviert hat. Noch zur Jahrtausendwende gehörte seine Apparatur zu den empfindlichsten, zuverlässigsten und zeitlich stabilsten Photonenmessgeräten, die bis dahin gebaut worden waren.
 
 
Da Biolicht nun also zweifelsfrei nachweisbar geworden war, wurde es schließlich doch noch Forschungsgegenstand auch anderer Wissenschaftler. Ende der 1990-er Jahre gab es dazu weltweit schon etwa 30 Forschungsgruppen. Allein an der Tohoku-Universität in Japan wurden zwischen 1994 und 1999 gut 100 Mio Dollar für Biophotonenforschung eingesetzt.
 
Die Intensität des von Biomasse abgestrahlten Lichts reicht von einigen wenigen bis hin zu einigen tausend Photonen pro Sekunde und Quadratzentimeter Oberfläche des lebenden Systems.
 
 
Neben der Grundlagenforschung in der Biophysik spielt die Beobachtung der Biophotonen heute schon in mehreren Bereichen eine wichtige Rolle, z.B.
     
  • wenn man die Unterschiede zwischen normalen Zellen und Tumorzellen studieren möchte,
     
  • oder Lebensmittel auf Frische und Qualität zu untersuchen wünscht.
     
  • So hat sich z.B. herausgestellt, dass Eier gesunder Hühner signifikant mehr Biophotonen abgeben als Eier erkrankter Hühner.

 
Welch interessante Ergebnisse Untersuchungen solcher Art erbringen können, zeigt folgendes Beispiel:
    Man dachte zunächst, dass ein unterschiedlicher Gehalt an Lecithin die unterschiedliche Lichtemission von Batterie- und Freilandeiern auslösen würde, erlebte dann aber eine Überraschung: Die Beimengung der gleichen Menge von Lecithin, die im Dotter ohnehin schon vorhanden ist, erhöht die Lichtintensität nicht etwa um das Doppelte, sondern erstaunlicherweise um bis das 10-fache. Unabweisbare Schlußfolgerung scheint zu sein: Das das natürlich im Ei vorhandene Lecithin bei weitem nicht die gleiche Leuchtreaktion zeigt, wie das zugemischte, lann Lecithin im Ei mit Sicherheit nicht als bloße Beimengung vorliegen: Es muss im Dotter in spezifischer Weise eingebunden sein, so dass es im Lichttest kaum noch reagiert.
     
    Kein Zweifel: Der Photonentest spiegelt nicht nur Inhaltsstoffe wider, sondern auch Struktur und innere Ordnung des Lebensmittels.
     
    Insbesondere haben jene Test gezeigt:
       
    • In Freilandeiern sind keineswegs größere Lecithinmengen vorhanden sind als in Eiern der in Batterien gehaltenen Hühner — nicht einmal wenige Prozent mehr.
       
    • Lecithinmoleküle erhöhen durch ihren natürlichen Einbau in den Dotter seine Lichtspeicherfähigkeit infolge eines bedeutsamen Synergieeffekts, der — wie in einer Gesellschaft — die Wechselwirkung der einzelnen Partner begünstigt.

 
Noch viel mehr solch interessante Fakten sind skizziert in Popp: Die Botschaft der Nahrung (1999). Er schreibt dort u.A.:
 
    Wir sind primär nicht Kalorienfresser, Fleischfresser, Vegetarier oder Allesfresser, sondern im Grunde genommen Ordungsräuber und Lichtsäuger.
     
    So manch einer mag noch Zweifel daran hegen, dass wir uns tatsächlich von Licht ernähren. Bei Pflanzen aber ist das unbestreitbar so. Sie beziehen per Photosynthese ihre Energie direkt von der Sonne. Photonen verschweißen die überall vorhandenen Kohlendioxid- und Wassermoleküle zu Glukosepäckchen. Sie schließen sich in diese Zuckerdepots selbst ein und stehen als Lebensmittelquelle jedem höheren Lebewesen zur Verfügung.
     
    In Tieren und Menschen — die ja direkt oder indirekt von Pflanzen leben — werden die Zuckermoleküle wieder aufgebrochen in Kohlendioxid und Wasser. Das Kohlendioxid wird über die Lunge, das Wasser über die Haut oder mit dem Urin ausgeschieden. Im Organismus übrig bleibt die Sonnenenergie, die das Lebe­wesen auf bisher nicht verstandene Weise antreibt, versorgt und — nach Schrödinger — auch ordnet  [ Schrödinger: What is Life? (1945), Nachdruck: Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet (Piper 1999) ].
     
    Wie könnte bewiesen werden, dass Licht die Qualität unserer Lebensmittel bestimmt? Ich stecke ein schönes, ausgewachsenes Blatt einer Topfpflanze in ein Licht­messgerät und registriere den abklingenden Lichtstrom des Blattes. Dann wiederhole ich den gleichen Versuch mit einem schon welken Blatt der gleichen Pflanze. Ich sehe erhebliche Unterschiede: Nur das noch gesunde Blatt leuchtet lange und intensiv, bevor das gespeicherte Licht schließlich entweicht.
     
    Hohe Qualität  [ noch Ordnung bewahren zu können? ]  — so lässt sich folgern — signalisiert sich durch hohe Lichtspeicherfähigkeit.

 
 
VORSICHT aber: Leider gibt es viele Esoteriker, die das Thema Biophotonik als Rechtfertigung ihrer skurrilen Ideen missbrauchen. Man muss gelegentlich schon sehr genau hinhören, um zu sehen, wer da streng wissenschaftlich oder doch eher nur wie ein Esoteriker argumentiert.
 
Einer, vor dessen Aussagen ich — jetzt mal ganz unabhängig von Biophotonik — explizit warnen möchte, ist Ulrich Warnke. Was er so von sich gibt, scheint mir wirklich nur Pseudowissenschaft zu sein. Die Quanten­physik jedenfalls hat er nicht wirklich verstanden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er bis März 2010 Akademischer Oberrat an der Universität Saarbrücken war.
 
 
Wer dagegen Popp verdächtigt, nicht wissenschaftlich genug vorzugehen, der hat nicht verstanden, dass Popp nichts anders macht, als zu untersuchen, wie sich aus der Lichtspeicherfähigkeit von Biomasse auf die Qualität jener Biomasse schließen lässt.
 
 
 
Wie es zur Aussendung von Biophotonen kommt, ist bislang ungeklärt:
     
  • Die meisten Wissenschaftler halten sie für ein Nebenprodukt des Stoffwechsels, ähnlich wie metabolische Prozesse immer auch Abwärme produzieren, vergleichbar mit einem Verbrennungsmotor.
     
  • Einzelne Forscher folgen mehr den Überlegungen von Gurwitsch und vermuten eine weiter gehende Bedeutung der Biophotonen.
     
  • Popp denkt, dass die Lichtquanten von der DNA emittiert werden und Information enthalten, die andere DNA-Moleküle erreicht. Er weist auf die hochfrequenten Schwingungen hin, die in den Erbmolekülen stattfinden. Dabei verdrillt sich die spiralförmige DNA stärker und entspannt sich wieder und das mehrere Milliarden Mal pro Sekunde. Bei jeder dieser Schwingungen, so vermutet Popp, gebe die DNA ein Biophoton ab.


 


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