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Unsere Welt zu verstehen:  Wissenschaftler Götter



 Beitrag 0-323
 
 

 
Wie es kommt, dass selbst atheistische Wissenschaftler heute darüber nachdenken

ob nicht vielleicht Götter sie erschaffen haben,

die ihrerseits wieder durch Götter erschaffen wurden.

 
 
Seitdem Nick Bostrom — in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler — im Mai 2003 ein Papier veröffentlicht hat, das den Titel trägt The simulation argument: Why the Probability that you are living in a Simulation is quite high, fällt selbst Wissenschafltlern, die sich als Athesisten bezeichnen, auf:

 
Aus wissenschaftlicher Sicht heraus definiert ein Schöpfergott sich einfach nur dadurch,
 
dass er unbeschränkte Verfügungsgewalt über unsere Welt, unsere Existenz und unser Schicksal hat.

 
 
Diese Einsicht hat Folgen:
 
Gegen Ende von Kapitel 8 seines Buches Der kosmische Volltreffer (s. dort S. 236) denkt der Astrophysiker Paul Davies mit seinen dort sehr ausführlichen Darlegungen zu diesem Thema plausibel gemacht zu haben:
 
Gibt es ein Multiversum — wovon heute ja heute zunehmend mehr theoretische Physiker überzeugt sind —, so sei der Schluss unvermeidlich,
 
dass es zumindestens in einigen Universen Beobachter gibt, die das Produkt eines Schöpfergottes sind
{ eines Simulators oder seiner Konstrukteure ]..

 
 
Er zitiert dann noch John Barrow — einen für solche und ähnliche Überlegungen preisgekrönten britischen Mathematiker und Physiker — der es in seinem Buch Einmal Unendlichkeit und zurück (ab S. 207) so ausdrückt:
 
 
Wir finden uns in einem Szenario wieder, in dem die Götter wieder auferstanden sind — und das gleich in unendlicher Zahl
in Gestalt von
[ Programmieren von ] Simulatoren, die in ihren simulierten Welten Herr über Leben und Tod sind.
 
Sie bestimmen, welche Gesetze in ihren Welten herrschen, sie können jede Simulation jederzeit abschalten

[ was für die darin lebenden Wesen ihren Weltuntergang bedeutet ].
 
Sie können dabei zuschauen, wie sich ihre Kreaturen Gedanken machen, ob es einen allmächtigen Gott gibt, ...
Sie können Wunder bewirken oder ganz heimlich der simulierten Welt ihre Ethik und Moral überstülpen.

 
Und Davies erklärt weiter:
 
 
Auf diese Weise könnten Universen das Produkt ganzer Götterteams sein oder das konkurrierender Götter wie im traditionellen Polytheismus.
 
Und natürlich könnten dann auch die Simulatoren — einschließlich ihrer Konstrukteure — Teil je einer simulierten Welt sein,
womit dann auch beliebig tiefe Schachtelung simulierter Welten nicht mehr auszuschließen wäre.
 
Solche Götter würden sich vom Gott der Christen nur noch darin unterscheiden, dass sie nicht jede denkbare Realität kennen und steuern,
sondern stets nur Gewalt haben über Welten, die sie selbst oder ihre Simulatoren geschaffen haben.

 
 
Doch Davies bekennt auch, wie vorsichtig und skeptisch er sei, was Universen betrifft, die sich — als nur simulierte — wie Kaninchen vermehren könnten:
 
Akzeptiert man einmal, dass es Zivilisationen geben kann, die in der Lage sind, Universen zu simulieren, gibt es — aus wahrscheinlichkeitstheoretischen Überlegungen heraus — starke Argumente dafür, dass unseres zu den simulierten gehört.

 
 
Mir persönlich zeigen all diese Überlegungen recht deutlich, dass Lebewesen, wie wir sie uns vorstellen können, nicht in der Lage sind, die Gottesfrage zu entscheiden: Unser Denken kann viele — aber keineswegs alle — Unendlichkeiten durchschauen. Insbesondere kann Geschaffenes — Menschen, KI oder welcher Simulator auch immer — niemals von sich aus klären, wer sie konstruiert hat oder gar das wahre Wesen seiner Schöpfer ergründen.
 
Es ist diese Einsicht, die uns immer wieder zeigt, dass wir ohne » Gott « einfach nicht auskommen.

 
Klar also scheint: Uns umgibt ein Horizont, der unser Wissen begrenzt — keineswegs nur nach Zeit und Raum, sondern auch nach Erkenntnistiefe. Über alles, was sich hinter ihm finden mag, können wir nur spekulieren.

 


aus  Notizen  zu:

Gott und die Physik


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