Unsere Welt zu verstehen:



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Was man sich unter einem » Paradigma « vorzustellen hat

 
 
Thomas S. Kuhn — einer der bedeutendsten Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts — verstand darunter ein in einer bestimmten Epoche dominierendes Denkmuster. In den Wissenschaften ist das meist eine Modellvorstellung, anhand derer man sich bestimmte Sachverhalte zu erklären versucht.
 
Wenn sich eine neue Theorie durchsetzt, um eine bis dahin allgemein anerkannte Lehrmeinung abzulösen, sprechen wir von einem Paradigmenwechsel.
 
In seinem Buch Grenzen des Wissens schreibt der Wissenschaftsjournalist John Horgan:
    Die meisten Wissenschaftler bekehren sich nur widerwillig zu einem neuen Paradigma. Häufig verstehen sie es nicht, denn es gibt kaum objektive Regeln, nach denen Paradigmen beurteilbar wären. Und so können Anhänger verschiedener Paradigmen endlos miteinander streiten, ohne sich einigen zu können.
     
    Der Grund hierfür: Nicht selten ordnen unterschiedliche Paradigmen wichtigen Grundbegriffen – etwa den Begriffen Teilchen oder Zeit – unterschiedliche Bedeutung zu.
Neue Theorien setzen sich deswegen oft erst durch, nachdem die Anhänger des alten Paradigmas verstorben sind.

 


aus Notizen zu:

Objekt vs Modell (in der Physik)


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