Unsere Welt zu verstehen:



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Wie unser Lebensraum wahrscheinlich enden wird

 
 
In 1 Milliarde (Mrd) Jahren:
    Die Sonne strahlt rund 10 Prozent heller als heute. Wie Modellrechnungen zeigen, verschwinden deswegen alle höheren Lebewesen und alle Landpflanzen, da für sie die kritische mittlere Erdtemperatur von 30 Grad Celsius überschritten wird.

In 1.6 Mrd Jahren:
    Photosynthese wird unmöglich, da die mittlere Erdtemperatur nun 60 Grad Celsius zu überschreiten beginnt.

In 2 Mrd. Jahren:
    Die Ozeane verdampfen. Der aufsteigende Wasserdampf erzeugt einen starken Treibhauseffekt.
     
    Der starken Sonneneinstrahlung wegen zerlegen die Wassermoleküle: Der leichte Wasserstoff verflüchtigt sich ins All hinaus, der Sauerstoff aber wird vom Eisen der Gesteine aufgenommen.
     
    Die Erde verwandelt sich in einen trockenen, heißen Planeten ähnlich der heutigen Venus.
     
    Zugleich ist das Erdinnere so weit abgekühlt, dass es kaum noch Vulkanismus gibt.

In 3 Mrd. Jahren:
    Die Milchstraße kollidiert mit Andromeda, beide vereinigen sich.

In 5 Mrd. Jahren:
    Der Wasserstoffvorrat im Sonnenzentrum ist nahezu aufgebraucht.
     
    Die Sonne bläht sich im Laufe der nächsten 2 Mrd. Jahren zu einem Roten Riesen auf.

In 6.4 Mrd. Jahren:
    Die Leuchtkraft der Sonne beträgt nun schon das Doppelte des heutigen Wertes. Ihr Radius ist nun 60 Prozent größer als heute.

In 7.7 Mrd. Jahren:
    Die Leuchtkraft der Sonne ist nun schon 1000 Mal größer als heute. Ihre äußeren Schichten blähen sich auf mehr als das Hundertfache auf.
     
    Im nur erdgroßen, kontrahierten Heliumkern zündet fast explosionsartig die Fusion von Helium zu Kohlenstoff ( sog. Heliumflash ).

In 7.8 Mrd. Jahren:
    Alles Helium in der Sonne ist verbrannt. Sie bläst nun — in mehreren Zuckungen — ihre äußeren Hüllen in den Weltraum hinaus.
     
    Zurück bleibt ein erdgroßer Weißer Zwerg umgeben von einem expandierenden planetarischen Nebel.

In 1000 Mrd. Jahren:
    Auch die letzten Sterne in unserem Universum haben ihren Fusionsbrennstoff verbraucht. Der Himmel wird dunkel.

In 1023 Jahren:
    Die Galaxien lösen sich auf, da die schnellen Sterne immer weiter von ihren Zentren wegwandern.
     
    Die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung ist auf 10-13 Kelvin gefallen.
     
    Es ist kalt und dunkel im Universum.

In 10100 Jahren:
    Alle Matere — vermutlich auch alle Schwarzen Löcher — sind zerstrahlt.
     
    Das expandierende Universum enthält noch sehr schwache Wärmestrahlung (etwa 10-30 Kelvin) mit Spuren besonders leichter Materieteilchen, fast nur noch Neutrionos.
     
    Damit sind Materie und Energie nahezu strukturlos geworden und verlieren sich in den Weiten des Raumes.
     
    Von Zeit zu sprechen, macht kaum noch Sinn.


 
 
Quelle: Jörg Resag: Zeitpfad — Die Geschichte unseres Universums und unseres Planeten, Springer Spekrum 2012, S. 374-375


 


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