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KI kann nur scheinbar selbst denken

 
 
Mit der Enwicklung immer leistungsfähigerer Geräte zur Datenverarbeitung stellt sich so mancher die Frage, ob KI oder durch sie gesteuerte Roboter den Menschen nicht irgendwann werden ersetzen können.

 
Kann KI Bewusstein haben, vielleicht sogar ein sich selbst reflektierendes Bewusstsein?
 
Die Antwort ist ein klares NEIN.

 
 
So schreiben etwa Thomas und Brigitte Görnitz absolut zutreffend:

Görnitz (2002, sinngemäß):
 
Wenn es sich bei den von manchen erhofften Systemen des » künstlichen « Lebens um biologische Einheiten handelte — was bis heute nicht der Fall ist —,
so wären sie wohl tatsächlich Lebewesen, von denen nicht auszuschließen wäre, dass sich ihre Art ohne Zutuin des Menschen fortentwickelt.
 
Bei Objekten aber, die auf Basis heutiger Mikroprozessoren gebaut werden, oder nur Software sind, kann stets nur von  s i m u l i e r t e r  Intelligenz gesprochen werden.
 
Auch bewusstsein-ähnliches Verhalten können sie nur simulieren — dies allerdings, wie sich heute schon zeigt, in ganz erstaunlicher Perfektion.
 
Dennoch darf das nicht als Hinweis darauf gesehen werden, dass bei ihnen echtes Bewusstsein auch nur ansatzweise gegeben ist:
 
In einem mathematisch strengen Sinn haben sie nur streng deterministisches Verhalten, ganz ähnlich einem Fotoapparat, der Bilder zwar getreu wiedergibt, dem aber auch nicht im Entferntesten klar ist, was sie inhaltlich zeigen.
 
Pseudozufallszahlen zu verwenden oder auf tatsächlich absolut zufällig eintreffen Signale von außen zu reagieren, ändert nichts daran.
 
 
Tatsache aber ist:
 
Die Perfektion, mit der sich Leben, Bewusstsein und Intelligenz simulieren (vortäuschen) lässt, kann stets nur in dem Ausmaß zunehmen, in dem es dem Menschen gelingt, das Verhalten echter Lebewesen zu analysieren und durch Regelwerke zu beschreiben.
 
Das simulierte Verhalten kann niemals besser sein — wird aber kaum weniger gut sein — als die Regeln, welche Menschen durch solche Analyse gefunden haben.
 


Die Zahl der Verfahren, die denkbar erscheinen, Regelwerke bestmöglich zu nutzen, braucht nicht begrenzt zu sein. Bis heute allerdings sind nur zwei Klassen solcher Verfahren bekannt:
     
  • Zum einen Expertensysteme: Sie errechnen transitive Hüllen ihnen gegebener Information.
     
  • Zum anderen künstliche neuronale Netze: Sie unterstützen Muster-Erkennung und lassen sich trainieren mit dem Ziel, vorgegebene Erfahrungen immer besser zu nutzen bis fast hin zu dem Punkt, an dem, was sie dann als Antwort auf eine ihnen gestellte Frage geben, schon fast so treffend sein kann, wie Antworten, die zu finden Menschen viel Nachdenken und langes Durchstöbern von Büchern oder Datenbanken kosten könnte.

Beide Verfahren erreichen ihre Grenzen dort, wo keine hinreichend mächtigen Rechner zur Verfügung stehen: Was sie zu leisten imstande sind, wird stets in erster Näherung proportional zu den ihnen zur Verfügung gestellten CPU- und Speicher-Ressourcen sein.
 
Dass KI auf diese Weise gelegentlich auch irgendwo schon existierendes Wissen finden kann, nach dem Menschen zu lange hätten suchen müssen, ist klar.
 
Erfindungen zu machen oder richtige Antworten zu erahnen — wie Menschen es können — ist jeder KI unmöglich.
 

 


aus Notizen zu:

Intelligenz – echte und künstliche


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