Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-204
 
 

 
Stärken, Schwächen und

das wahre Wesen künstlicher Intelligenz

 
 
Die Schwäche künstlicher Intelligenz (KI) — und das mag überraschen — liegt weniger in Bereichen, in denen sich der menschliche Geist am eindrucksvollsten entfaltet, wie etwa dort, wo menschliche Experten uns mit ihrem Fachwissen beeindrucken oder über komplizierte Überlegungen zu eindrucksvollen Resultaten gelangen.
 
Die Schwäche aller KI liegt vielmehr dort, wo es um "gesunden Menschenverstand" geht und wo wir auf unerwartete Situationen schnell und instinktiv richtig reagieren.
 
 
Dass KI überhaupt keine Möglichkeit hat, über sich selbst zu bestimmen und aus eigenem Urteil heraus zu entscheiden, wird klar, wenn man weiß, dass KI — einmal aktiviert — nichts anderes tut, als ein und denselben Code p immer wieder aufzurufen:
 
 
( Output, Z, E )  =  p( Input, Z, E )

 
Hierin bezeichnet
     
  • Z das Bild, das die KI sich macht
       
    • von sich selbst,
    • von der Umgebung, in der sie arbeitet,
    • und vom Zustand, in dem sie selbst und jene Umgebung sich befinden.

     
  • E ist die Menge aller Erkenntnis, die man der KI per Input übermittelt oder die sie sich selbst schon erarbeitet hat.
     
  • Output schließlich ist die Folge aller Signale, die der Aufruf von p in die Umgebung hinein abgesetzt.

 
Wie zutreffend die durch die KI gesammelte und selbständig erweiterte Erkenntnis E und wie sinnvoll die als Output abgesetzten Signale sein werden, hängt allein davon ab, wie durchdacht und fehlerfrei der das Programm p realisierende Code arbeitet — ihn aber haben bisher immer noch Menschen (Programmierer und KI-Entwickler) ersonnen.
 
Die einzige Stärke jeder KI liegt deswegen nur darin, dass sie als Software — wenn auf geeignete Rechner gesetzt —
     
  • um heute schon bis zu 10 Größenordnungen schneller arbeitet als der Mensch
     
  • deutlich weniger Kosten verursacht
     
  • und — was sehr wichtig ist — keinerlei Flüchtigkeitsfehler macht (da sie ja nicht ermüdet).

Obgleich KI weder denken noch fühlen kann, kann sie dennoch Denkarbeit ersetzen:

 
 
KI kann Denkarbeit ersetzen, aber selbst nicht denken

 
 
Und so wird KI uns Menschen selbst beim Denken schon bald in vieler Hinsicht — doch niemals in jeder Hinsicht — weit überlegen sein.
 
Gefühle aber — und z.B. auch Ehrgeiz — werden ihr für immer fremd bleiben. Nicht einmal den Sinn dieser Worte wird sie verstehen.
 
 
Lies auch:
 
Der KI-Experte Schmidhuber scheint mir nicht in jedem Punkt recht zu haben. Er hat aber ganz sicher recht, wenn er sagt, dass es den Menschen schon in wenigen Jahrzehnten schwer fallen könnte, KI-gesteuerte Mechanismen (Roboter oder Prozesse), wenn einmal aktiviert, noch zu kontrollieren.

 


aus Notizen zu:

Intelligenz – echte und künstliche


Impressum