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Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-49
 
 

 
Warum man die Natur der Raumzeit heute noch als unentschieden sehen muss

 
 
Die relationale — der Ansicht von Decartes, Leibniz, Mach und Einstein entsprechenden — Rückführung der Raumzeitpunkte auf die Anordnung materieller Objekte untereinander hat zur Folge, dass es unbesetzte Raumzeitpunkte, leeren Raum also, nicht geben kann.
 
Die substanzialistische Ansicht aber, dass der Raum eigenständig existiere, setzt die Annahme der Existenz solche unbesetzter Raumzeitpunkte geradezu voraus.


Martin Carrier (S. 205-206 seines Buches Raum-Zeit, de Gruyter 2009) schreibt:
 

Vor dem Hintergrund der ART lautet die wesentliche Frage, ob Raumzeitmetrik gik und Geodätenstruktur zur Raumzeit oder zur Materie zu zählen sind.
 
Die Feldgleichungen verknüpfen den Energie-Impuls-Tensor Tik mit einem Ausdruck, der die über Metrik und Geodäten gegebene physikalische Geometrie repräsentiert. So gesehen ist die Metrik Teil der Raumzeit, nicht aber der Materie.
 
 
Gegen den Relationalismus aber spricht, dass die Feldgleichungen physikalisch signifikante Vakuumlösungen enthalten (denn auch bei verschwindender Materie und Energie ergeben sich definitive metrische Felder und Geodätenstrukturen als Lösungen). Es handelt sich dabei insbesondere um Gravitationswellen, also um sich fortplanzende Schwingungen des metrischen Feldes.
 
Danach kann auch dort Raumzeit, nämlich ein nicht verschwindendes metrisches Feld gik vorliegen, wo keine Materie ist, genauer: wo der Energie-Impuls-Tensor verschwindet.
 
So führt z.B. der Kollaps eines Sternes zur Emission von Gravitationswellen, Sie entfernen sich vom Ort des Geschehens wie Wasserwellen von einem ins Wasser geworfenen Stein. Weit ab vom Ereignis mag keinerlei materieller Rest des Zusammenbruchs mehr vorhanden sein; in den Gravitationswellen aber manifestiert sich gleichwohl eine definitive Metrik.
 
Somit realisieren Gravitationswellen leere Raumzeit-Punkte, und  d i e s e r  Befund stützt die Vorstellung einer substanzialstischen Raumzeit.

 


Aus meiner [ Gebhard Greiters ] Sicht heraus, scheint mir diese Argumentation nicht so ganz überzeugend, denn wo es wellenartig sich auf- und abbauendes Kraftpotential gibt, muss es doch eigentlich auch als Anwesenheit von Energie gedeutet werden. Wie also unterscheidet die sich von der durch den Energie-Impuls-Tensor beschriebenen?

 


aus  Notizen  zu:

Zur Allgemeinen Relativitätstheorie


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