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Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-21
 
 

 
Zum Wesen physikalischer Realität

 
 
John Archibald Wheeler — ein besonders visionärer Vertreter der Theoretischen Physik im 20. Jahrhundert — war der Meinung, eines Tages würde sich die gesamte Physik in der Sprache der Information verstehen lassen.
 
 
Das durch ihn geprägte Schlagwort » It from Bit « steht für die Idee, dass jeder Gegenstand der physikalischen Welt an seiner Basis eine nicht-materielle Quelle und Erklärung hat. Was wir Realität nennen entstehe letztlich aus Ja-Nein-Fragen und dem Glauben an die Richtigkeit der von der Natur darauf erhaltenen Antworten.
 
Auf dieses Weise, so Wheeler, seien alle physikalischen Dinge ihrem Ursprung nach informationstheoretischer Art und das in einen partizipatorischen Universum (womit er eine Welt meint, die nicht nur uns hervorbringt und formt, sondern die umgekehrt auch wir hervorbringen und mit gestalten).
 
Anton Zeilinger — der mit Sicherheit erfolg­reichste und produktivste Quantenphysiker der Gegenwart — konkretisiert diesen Gedanken, indem er sagt
 
» Jedes der elementarsten Systeme trägt genau ein Bit an Information «.

 
Mit anderen Worten:

 
Was wir als die reale Welt erleben, in der wir leben, ist nichts anderes als durch uns als wahr eingestufte Information.
 
Wir erhalten sie als
 
 u n s e r e  Interpretation von Nachrichten (= Bitfolgen),
 
deren jede die Natur uns als Antwort zustellt, wenn wir sie beobachten, d.h. ihr eine Ja-Nein-Frage stellen.
 
Jedes dieser Bits entsteht durch Kollabieren eines QuBits, so dass sein Wert sich zufällig,
aber doch unter Verträglichkeit mit gewissen Wahrscheinlichkeiten ergibt:
Zu Realität wird genau eine von zwei durch unsere Frage noch offen gelassener Möglichkeiten.

 
 
Man könnte es auch so sagen:
 
 
Was wir als Realität empfinden, ist eine Menge mit JA oder NEIN beantworteter Fragen.

 


Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr schrieb:
 
Alles, was wir durch Beobachtungen oder durch Abstraktion unserer Wahrnehmungen als Wirklichkeit betrachten und in der Naturwissenschaft als (stoffliche) Realität beschreiben, darf in dieser Form nicht mit der eigentlichen Wirklichkeit gleichgesetzt werden.
 



 


aus  Notizen  zu:

Wie real ist die Welt um uns herum?


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