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Nur mathematische Logik führt zu absolut objektiver Schlussfolgerung

 
 
In der Medizin — das ist zweifelsfrei erwiesen — spielt die Erwartungshaltung der Patienten eine große Rolle: Ein Medikament wirkt umso besser, je mehr der Patient davon überzeugt ist, dass es Wirkung haben wird. Man nennt das den Placebo-Effekt.
 
Aber schlimmer noch: Wo Arzneimittel getestet werden, ist es wichtig, dass solcher Test im Doppel- oder gar Dreifachblindverfahren durchgeführt wird, was bedeutet, dass das Wissen darüber, welcher Patient das zu testende Mittel bekam und wem stattdessen nur ein Placebo verabreicht wurde (ein Mittel also, das gar keine Wirkung haben sollte), weder den Versuchspersonen noch den Personen, die die Versuchspersonen beobachten, bekannt wird.
 
Letzteres zu erreichen kann schwierig sein, wenn das zu testende Mittel noch während des Versuches beobachtbare Nebenwirkungen haben kann: Der die Patienten beobachtende Arzt wird, wo sich solche Nebenwirkung zeigt, — und sei es nur Übelkeit oder Schlaflosigkeit — geneigt sein, anzunehmen, dies sei ein Patient, der das echte Mittel (das Verum) erhielt. Ganz gleich, ob dem dann wirklich so sein sollte: Er wird mindestens unbewusst voreingenommen reagieren, was sich auf jeden Fall dort auf die Objektivität seiner Beobachtungsergebnisse auswirken wird, wo zwischen Wirkung und Nichtwirkung nur schwer unterschieden werden kann.
 
Mit anderen Worten: Es gibt nicht nur den Placebo-Effekt, sondern auch den sog. Experimentator-Effekt, der ebenfalls zu nur scheinbar richtigen Ergebnissen führt.
 
Somit gilt:

Absolut objektive Beobachtung
 
ebenso wie absolut objektive Schlussfolgerung,
 
sind nur möglich, wo sie sich das Erkannte allein mathematischer Gesetzmäßigkeiten wegen zeigt.

 
Mathematik ist demnach der einzige uns bekannte Denkmechanismus, mit dessen Hilfe sich absolut objektive Schlussfolgerungen ziehen lassen.


 


aus Notizen zu:

Techniken des Denkens


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