Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-388
 
 

 
Das holistische Weltbild kommt der Wahrheit näher

 
 
Der Holismus vertritt die Auffassung, dass ein System als Ganzes mehr ist als die Summe seiner Teile und daher viele seiner Eigenschaften nur aus einer ganzheitlichen Sicht heraus verstanden werden können.
 
Dass dem wirklich so ist, hat erst die Quantenphysik (genauer: die Quantenfeldtheorie) uns klar gemacht.


Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr (1997, wörtlich zitiert):
 
"Astrophysiker neigen meist dazu, immer noch im Rahmen von klassischen Systemen wechselwirkender Teilchen zu denken.
 
 
Ein Quantenphysiker aber fängt mit dem zusammenhängenden, nicht auftrennbaren, ganzheitlichen » Einen « an.
 
Für den Quantenphysiker besteht weniger ein Problem darin, wie die Teile im Ganzen zusammenwirken, als vielmehr das umgekehrte Problem, wie eine Differenzierung des Ganzen, dieses » Einen « erfolgen kann, so dass es erscheint, als bestünde das Ganze aus wechselwirkenden Teilchen.

 
 
So ist etwa das elektromagnetische Feld ein unendlich ausgebreitetes Energiefeld. Mit geeigneter Überlagerung von elektromagnetischen Wellen lässt sich ein lokalisiertes Wellenpaket erzeugen, das wie ein Lichtteilchen » ein Photon « aussieht.
 
Der Differenzierungsprozess des » Einen « ist die Folge einer Selbstorganisation der Wellen: Die Erzeugung von Grenzflächen in dem » Einen « und nicht die Bildung von Gesamtsystemen aus zunächst » Getrennten «.
 
Die gesamte Evolution [ des Universums ] erscheint als Differenzierungsprozess mit einer wachsenden Zahl von näherungsweisen Trennungen, wodurch sich Unterbereiche in gewissem Umfang verselbständigen.
 
Das Hamiltonsche Prinzip der kleinsten Wirkung bedeutet aus dieser Sichtweise, dass hierbei unendlich viele Teilwellen [ gemeint sind sinusförmige, d.h. unteilbare Wellen ] miteinander spielen, so dass sie sich praktisch überall im Raum wechselseitig auslöschen ... Die klassische Bahn von Teilchen ist eine Folge dieses Prinzips."
 


 
Quelle: Hans-Peter Dürr & Franz-Theo Gottwald: Rupert Sheldrake in der Diskussion — Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens (1997), S. 271-272.


 


aus Notizen zu:

Unser Weltbild muss holistisch werden


Impressum