Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-307
 
 

 
Je komplexer ein Objekt,

desto unmöglicher wird ihm Umkehr seines Zeitpfeils

 
 
Jedes aus Materie bestehende Objekt ist — ständig gegebener Quantenfluktuation wegen — ständigem Zustandswechsel unterworfen. Mit der Komplexität eines Objekts steigt drastisch
     
  • die Zahl der ihm möglichen Zustände,
     
  • und damit einhergehend auch die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Zustand, in den es gerät, höhere Entropie hat als sämtliche Zustände, in denen es sich schon einmal befunden hat.

Wir sehen also: Die Tatsache, dass in der Welt unserer Alltagserfahrung der Fluss der Zeit nur eine Richtung kennt, ist darauf zurückzuführen, dass sämtliche materiellen Gegenstände, mit denen wir in unserem Alltag zu tun haben, quantenmechanisch gesehen eine überaus große Zahl möglicher Zustande haben.
 
Ganz anders gilt für die einfachsten aller existierenden Objekte:
 
Ein einzelnes Elektron etwa altert nicht, denn die Zahl seiner möglichen Zustände ist sehr klein, so dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie sich ständig wiederholen, sehr groß ist.
 
Zeitumkehr auf der Ebene elementarer Teilchen ist daher etwas ganz Natürliches, recht Häufiges — erst für zunehmend komplexere Objekte wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass sie in einen einmal aufgegebenen Zustand später rein zufällig nochmals annehmen.

 
 
Quelle: Josef Hohnerkamp: Wissenschaft und Weltbilder, Springer Spektrum 2014, S. 197.


 


aus Notizen zu:

Zeitreisen in die Vergangenheit


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