Unsere Welt zu verstehen:



 Beitrag 0-306
 
 

 
Was sind (derzeit) die elementarsten Objekte der Physik?

 
 
Galileo Galileis Idee, das Verhalten der Natur über mathematische Formeln zu beschreiben, war weit mehr als nur ein Paradigmenwechsel: Es war der Beginn der Physik als Wissenschaft (vorher kannte man nur Naturphilosopie).
 
Nur zwei Generationen später hat Isaac Newton — auf dieser Idee aufbauend — die Physik zu ihrem ersten Höhepunkt geführt.
 
Der Erfolg seiner Gravitationstheorie war derart überzeugend, dass man von da an jeder dachte, alle Dinge der materiellen Welt seien Körper, deren Bewegung sich durch Newtons Theorie beschreiben ließe.
 
Später — als Michael Faraday elektromagnetische Phänomene endeckt und durch Felder gut beschreibbar gemacht hatte, dachte man, die Welt bestünde aus Teilchen und elektromagnetischen Feldern.
 
Erst im 20. Jahrhundert kamen Quanten dazu — und die Quantenmechanik als quantentheoretische Version der Mechanik.
 
Schließlich lag es nahe, dass es auch eine quantentheoretische Version der Elektrodynamik geben müsse, und so trat an die Stelle der elektromagnetischen Felder nun das allgemeinere Konzept der Quantenfelder, welches dann zu einer vereinheitlichten Theorie der elektromagnetischen, der schwachen und der starken Wechselwirkung führte.
 
Hohnerkamp schreibt:
    Alle experimentell nachprüfbaren Aussagen dieser Theorie wurden bestätigt, so dass es nun eine übergreifende logische Ordnung gibt.
     
    Für jedes Quant, dessen Existenz sich in Streuexperimenten — im CERN etwa — bemerkbar macht, gibt es jeweils ein Quantenfeld.
     
    Umgekehrt muss es für jedes Quantenfeld, das man dort aus Konsistenzgründen einführen muss, auch ein entsprechendes Quant geben.
     
    Bisher prominentestes Beispiel ist das sog. Higgs-Teilchen: Zunächst hat nur die Theorie seine Existenz vorhergesagt, nach langem Suchen ist es dann aber auch tatsächlich beobachtet worden.

Es gilt somit:

Die Gesamtheit der Quantenfelder ist das heute fundamentalste Konzept für alles,
 
was wir uns unter Energie darstellenden Objekten vorstellen können.

 
Die Frage ist nur, wann sich auch diese Vorstellung als unzureichend erweisen wird.

 


aus Notizen zu:

Objekt vs Modell (in der Physik)


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