Unsere Welt zu verstehen:



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Das Internet in Kombination mit der Unkontrollierbarkeit einiger seiner Pioniere

ist auf dem besten Weg

hin zu lückenloser Überwachung und Ausbeutung fast aller

 
 
Eines sollte uns allen völlig klar sein:
 
Je mehr wir übers Internet vernetzte Software nutzen — vor allem auch in Geräten, die wir ständig mit uns tragen — desto mehr geben wir den derzeit weltweit mächtigsten Unternehmen auch Gelegenheit, uns und andere auszuspionieren:
 
Das fängt an beim Herzschrittmacher und endet mit modernen Autos — oder mit Brillen wie Google Glass oder mit Fernsehgeräten, die protokollieren, welchen Teil welcher Sendungen wir uns wann angesehen haben — mit Maschinen also,
     
  • die uns vordergründig zwar dienen,
     
  • die uns aber in ganz unglaublich hohem Maße auch höchst effektiv ausspionieren, indem sie Daten über uns und unser Verhalten sammeln.

So unkontrolliert, wie diese Daten heute vermarktbar sind, erreichen sie letzlich jeden, den sie interessieren, kurz: jeden, der uns in irgend einer Weise — wie offen oder versteckt auch immer — zu beeinflussen oder auszunutzen sucht: Werbeagenturen, Versicherungen, Spionage-Organisationen, Terroristen ...
 
 
Kombiniert mit der Free-Sharing-Kultur und unserem eigenen Drang, mit anderen frei zu kommunizieren — z.B. Bilder von uns und unserer Umgebung unüberlegt ins Netz zu stellen — machen wir selbst das Internet zu einen Mechanismus, der mehr und mehr Potential ansammelt, unsere ganze Gesellschaft so umkrempeln zu können, dass dann nur noch ganz wenige von uns Macht über das eigene Schicksal haben werden.
 
Wie sich diese Gefahr — bisher von nur wenigen wirklich wahrgenommen — konkretisiert und schnell vergrößert, wird anhand von Beispielen und seit 1995 schon eingetretenen gesellschaftlichen Entwicklungen dargestellt im überaus lesenswerten Buch
 
 
Andrew Keen: Das digitale Debakel — warum das Internet gescheitert ist und wie wir es retten können (2015)
 
Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel The Internet is Not the Answer (Atlantic Books Ltd., London)

 
 
Keen will aufrütteln. Er fordert seine Zuhörer auf, endlich darüber nachzudenken, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.
 
Keen erklärt uns, was es heißt, wenn wir bei Amazon ein Buch bestellen oder Uber nutzen statt ein klassisches Taxi. Er behauptet nicht, dass das Internet "böse" sei, will uns aber klar machen, dass es Entwicklungen zulässt, die uns zum Verhängnis werden müssen, wenn wir nicht versuchen, die Technologie zu kontrollieren (oder wenn solche Kontrolle noch lange auf sich warten lässt, da zu viele von uns noch nicht verstehen, wie gefährlich das Netz seiner bislang  u n k o n t r o l l i e r t e n Entwicklung wegen  schon geworden ist — und so auch gesellschaftlichen Schaden verursacht.
 
Keen sucht uns anhand recht überzeugender Beispiele klar zu machen, dass die Naivität, in der die meisten von uns heute die Möglichkeiten des Internets nutzen, für den Großteil der Gesellschaft äußerst gefährlich zu werden droht, auf jeden Fall aber zu Machtlosigkeit und Verelendung vieler führen muss.

 


aus Notizen zu:

Gesellschaftlich Bedenkenswertes


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